Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) unterstützt ausdrücklich die Forderung der Landesregierung von Baden-Württemberg, bei der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung nachzubessern. Die aktuelle Stoßrichtung, die Finanzstabilität der GKV zu sichern, sei richtig – sie dürfe jedoch nicht zu einseitigen Belastungen für Unternehmen, Beschäftigte und die Gesundheitswirtschaft führen. „Steigende Lohnzusatzkosten sind bereits heute eines der größten Geschäftsrisiken für unsere Betriebe. Zusätzliche Belastungen schwächen Investitionen, Innovationsfähigkeit und Beschäftigung“, betont Katrin Klodt-Bußmann, Hauptgeschäftsführerin der IHK Hochrhein-Bodensee. Die IHK ist im BWIHK bei Fragen der Gesundheitswirtschaft federführend.
Mit Blick auf die angespannten Rahmenbedingungen für Krankenhäuser und die industrielle Gesundheitswirtschaft wird vor den Folgen zusätzlicher Eingriffe in Vergütungs- und Preissysteme gewarnt. Diese könnten die wirtschaftliche Stabilität der Einrichtungen ebenso gefährden wie die Innovationskraft der Branche. „Eine leistungsfähige Gesundheitswirtschaft ist ein zentraler Standortfaktor. Wer hier kurzfristig spart, riskiert langfristig Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt die IHK-Hauptgeschäftsführerin. Entscheidend seien strukturelle Reformen für mehr Effizienz, weniger Bürokratie, stärkere Prävention und eine nachhaltige Stabilisierung der Beitragssätze, ohne die Wirtschaft zusätzlich zu belasten. „Nur mit echten Strukturreformen gelingt es, die Finanzierung des Gesundheitssystems langfristig tragfähig zu gestalten und gleichzeitig den Standort Baden-Württemberg und Deutschland zu stärken“, so Klodt-Bußmanns Fazit.
Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist eine Vereinigung der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). In Baden-Württemberg vertreten die zwölf IHKs die Interessen von mehr als 650.000 Mitgliedsunternehmen. Zweck des BWIHK ist es, in allen die baden-württembergische Wirtschaft und die Mitgliedskammern insgesamt betreffenden Belangen gemeinsame Auffassungen zu erzielen und diese gegenüber der Landes-, Bundes- und Europapolitik sowie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und anderen Institutionen zu vertreten.
PM Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag