Gewerkschaftstag wählt neuen Landesvorstand und übergibt Erklärung an Cem Özdemir

Der Deutsche Journalisten-Verband Baden-Württemberg hat am Wochenende im Anschluss an seinen Gewerkschaftstag sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Dazu gratulierte der designierte Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) dem Verband. Auf dem Gewerkschaftstag wählte der Verband seinen Landesvorstand und stellte wichtige Weichen für die Zukunft. Zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai veröffentlichten der DJV Baden-Württemberg zusammen mit dem Bundesverband die Stuttgarter Erklärung zur Pressefreiheit – mit einem klaren Appell an die künftige Landesregierung. Die schwindende Zahl der eigenständigen Zeitungen und damit ein Mangel an Vielfalt war ein weiteres Kernthema des Gewerkschaftstages.

Özdemir gratulierte dem DJV zum 40-jährigen Bestehen am Vorabend des Tags der Pressefreiheit mit den Worten „Die Pressefreiheit ist bei uns unumstritten.“ Er versprach, zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen in der neuen grün-schwarzen Regierungskoalition alles dafür zu tun, dass das so bleibe. Dazu gehört für den Wahlsieger auch sein Umgang mit Kritik: „Wenn Sie uns kritisieren, dann ist das keine Majestätsbeleidigung. Sondern das ist Ihr Job. Und es könnte möglicherweise daran liegen, dass wir Ihnen einen Anlass gegeben haben.“ Er sehe sich schließlich nicht als Monarchen, sondern als Diener, so der Politiker.

Gemeinsam mit dem DJV-Bundesvorsitzenden Mika Beuster überreichte Markus Pfalzgraf die „Stuttgarter Erklärung zur Pressefreiheit“ an Cem Özdemir. Darin fordert der Landes- und der Bundesverband des DJV die künftige Landesregierung auf, „sich die Verteidigung der Pressefreiheit zu einer Hauptaufgabe ihrer Regierungsarbeit zu machen und sich für den Erhalt einer vielfältigen Medienlandschaft im Bundesland und in Deutschland zu engagieren.“

Der Landesverband Baden-Württemberg war 1986 durch die Fusion der bis dahin eigenständigen Verbände Baden und Württemberg entstanden. Der Beschluss fiel am 16. Juni 1986. Der Gewerkschaftstag fand jedoch bereits im Mai statt: Passend zur Gewerkschaft starteten die Delegierten am Tag der Arbeit und ließen ihn am Tag der Pressefreiheit ausklingen. Der Landesvorstand wurde neu gewählt: Erster Landesvorsitzender bleibt Markus Pfalzgraf (SWR), zweite Landesvorsitzende Christine Bilger (Stuttgarter Zeitung/Nachrichten). Als Schatzmeisterin im Amt bestätigt wurde Anne Leipold (Freie Journalistin), ebenso die Beisitzerin Milva-Katharina Klöppel (Kommunikationsmanagerin Stadt Heilbronn). Neu hinzugekommen ist Lorena Greppo (Backnanger Kreiszeitung).

40 Jahre nach der Gründung hat der DJV Baden-Württemberg einen wegweisenden Beschluss einstimmig gefasst: Der Landesverband will künftig seine Zusammenarbeit mit dem Nachbarverband Rheinland-Pfalz intensivieren, um sich noch stärker und schlagkräftiger für faire Arbeitsbedingungen und gerechte Bezahlung freier und angestellter Journalist*innen in beiden Bundesländern einzusetzen. „40 Jahre DJV Baden-Württemberg, das sind 40 Jahre Einsatz für den Journalismus, die Meinungsfreiheit und gute Arbeitsbedingungen. Gerade heute ist es wichtig, als Berufsverband und Gewerkschaft genau da weiterzumachen. Wenn Medien unter Druck stehen, bleiben wir standhaft“, sagte der Landesvorsitzende Markus Pfalzgraf zum 40-jährigen Bestehen.

Mit der Vielfalt der Medien – ausgehend von der Entwicklung in der Landeshauptstadt – befasst sich ein in Stuttgart verabschiedeter Leitantrag des DJV. Der Kauf der Medienholding Süd (MHS) mit den Titeln Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten durch die Neue Pressegesellschaft Ulm (NPG) setze sich ein bedenklicher Trend fort: Die Medienvielfalt schwindet. Landes- und Bundesverband des DJV fordern die Verleger zu Gesprächen auf, um die Meinungsvielfalt und faire Arbeitsbedingungen zu sichern.

PM Deutsche Journalisten-Verband Baden-Württemberg (DJV)

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://filstalexpress.de/arbeitsmarkt/206568/gewerkschaftstag-waehlt-neuen-landesvorstand-und-uebergibt-erklaerung-an-cem-oezdemir/

Schreibe einen Kommentar