Auf große Resonanz stieß am Dienstag, 28. April 2026, der dritte Projektierer-Dialog „Windenergie“ im Regierungspräsidium Stuttgart. Eingeladen hatte die Stabsstelle Energiewende, Windenergie und Klimaschutz des Regierungspräsidiums. Rund 100 Interessierte tauschten sich zu Vorrang- und Beschleunigungsbieten sowie zu aktuellen Themen im Luftverkehr aus.
Beim dritten Projektierer-Dialog im Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) fand am Dienstag, 28. April 2026, wieder ein reger Austausch zum Thema Windenergie statt. Rund 100 Beteiligte aus der Projektiererschaft von Windenergieanlagen und aus den Unteren Immissionsschutzbehörden des Regierungsbezirks nahmen die Gelegenheit für Austausch und Vernetzung wahr.
Ausbau von Erneuerbaren Energien beschleunigen
In einer Videobotschaft begrüßte Regierungspräsidentin Susanne Bay die Teilnehmenden und betonte vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage die große Relevanz des Ausbaus von Erneuerbaren Energien: „Die Eskalation im Nahen Osten führt uns schmerzhaft vor Augen, wie fragil globale Lieferketten sind und wie weitreichend unsere fossilen Abhängigkeiten nach wie vor bestehen. Die Energiewende ist keine bloße Option, sie ist eine Frage der wirtschaftlichen und politischen Souveränität. Mit der Ausweisung von Windenergiegebieten ist ein wichtiger Grundstein für den Ausbau der Windkraft gelegt. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Hürden bei der Genehmigung von Windkraftanlagen noch weiter abzubauen und die Potenziale zu nutzen, um Planungssicherheit auf dem Weg zum grünen Strom zu schaffen.“
Spannende Vorträge und wertvolle Diskussionen
Für das Programm hatten die Stabsstelle Energiewende, Windenergie und Klimaschutz (StEWK) und die Erneuerbare BW der Landesenergieagentur KEA-BW spannende Vorträge zusammengestellt. Vormittags beleuchteten das Umweltministerium Baden-Württemberg sowie der Verband Region Stuttgart die verschiedenen Aspekte der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Renewable Energy Directive III) – insbesondere die Ausweisung von Vorrang- und Beschleunigungsgebieten für Windenergie. Nachmittags informierten das Umweltministerium und die Landesluftfahrtbehörde am RPS über die Belange der militärischen und zivilen Luftfahrt in Planungs- und Genehmigungsverfahren. Diskussionsrunden boten Raum für Fragen und Austausch.
Auf besonders großes Interesse stießen die rechtlichen und naturschutzfachlichen Kriterien, die bei der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten in Abgrenzung zu sensiblen Gebieten zum Tragen kommen. Hier ermöglichte die Veranstaltung Einblicke in die praktische Umsetzung. Zusätzlich betrachtete und diskutierte das Plenum die rechtlichen Anforderungen, die sich bei der Antragstellung für Windenergieanlagen in ausgewiesenen Gebieten ergeben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag bei der Beteiligung der Landesluftfahrtbehörde im RPS (Referat 46.2) und der Bundeswehr. Das Umweltministerium informierte unter anderem über aktuelle Entwicklungen im Bereich der militärischen Luftfahrt wie Tiefflugstrecken, Luftverteidigungsradare und auch Verfahrensänderungen. Die Landesluftfahrtbehörde erläuterte das luftrechtliche Verfahren und die damit verbundenen Anforderungen. So bot der Projektierer-Dialog die Gelegenheit, sich intensiv mit möglichen Konflikten zwischen Luftverkehr und Windenergieanlagen auseinanderzusetzen und praktische Lösungen auszuloten.
Hintergrundinformationen
Die Stabsstelle „Energiewende, Klimaschutz und Windenergie“ (StEWK), ist eine zentrale Maßnahme der Task Force „Erneuerbare Energien“ des Landes. Die StEWK nahm am 1. März 2022 ihre Arbeit auf. Direkt bei Regierungspräsidentin Susanne Bay angesiedelt, unterstützt sie die unteren Verwaltungsbehörden aktiv bei der Umsetzung der Energiewende. Zudem übernimmt sie weiterhin die Aufgaben des früheren Kompetenzzentrums Energie, das seit 2012 beim Regierungspräsidium Stuttgart bestand, darunter auch die Erstellung von Stellungnahmen nach dem Klimaschutzgesetz.
Der Bereich Erneuerbare BW ist Teil der Landesenergieagentur KEA-BW, die sich für den Ausbau der erneuerbaren Energien einsetzt. Die KEA-BW ist eine unabhängige Dienstleisterin und Vordenkerin rund um Klimaschutz, Energieeinsparung und erneuerbare Energien – vom Land fürs Land. Die Erneuerbare BW sieht sich als zentrale Anlaufstelle und unterstützt Akteure auf kommunaler Ebene beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg.
PM Regierungspräsidium Stuttgart