Eine stabile Versorgung mit Strom, Wasser und funktionierenden Kommunikationswegen bildet die Grundlage des täglichen Lebens. Extreme Wetterlagen, technische Störungen bis hin zu großflächigen Stromausfällen zeigen jedoch, wie schnell und unerwartet diese grundlegenden Strukturen beeinträchtigt werden können. Um auch in solchen Situationen handlungsfähig zu bleiben, baut die Stadtverwaltung ihre Strukturen im Bevölkerungsschutz gezielt weiter aus.
Länger andauernde Stromausfälle, Hochwasser oder andere außergewöhnliche Schadensereignisse – in all diesen Situationen kann die Stadtverwaltung ab sofort Notfall-Treffpunkte und Notfall-Leuchttürme einrichten. Sie dienen der Bevölkerung als verlässliche Anlaufstelle für Informationen und Hilfeleistungen und sind somit ein zentraler Bestandteil der kommunalen Krisenbewältigung. Notfall-Leuchttürme oder Notfall-Treffpunkte werden nach Bedarf durch die Stadtverwaltung aktiviert. Die Bevölkerung wird über die städtischen Kommunikationskanäle, die Warn-Apps oder Lautsprecherdurchsagen informiert.
Notfall-Treffpunkte: Orientierung und Unterstützung im Krisenfall
Bei den Notfall-Treffpunkten erhalten Bürgerinnen und Bürger aktuelle und verlässliche Informationen zur Lage, Hinweise zum richtigen Verhalten und niedrigschwellige Erste-Hilfe-Leistungen. Hier werden Hilfeersuche und Hilfsangebote koordiniert und je nach Lage und Bedarf kann eine eingeschränkte Notversorgung mit Trinkwasser hergestellt werden, das Laden von medizinischen Geräten angeboten und Babynahrung erwärmt werden. Die Notfall-Treffpunkte sind bewusst so konzipiert, dass sie nicht nur für einzelne Szenarien funktionieren, sondern flexibel auf unterschiedlichste Einsatzlagen reagiert werden kann – vom flächendeckenden Stromausfall bis hin zu komplexen Schadensereignissen mit vielen Betroffenen. „Diese Anpassungsfähigkeit ist ein entscheidender Faktor für eine wirksame Krisenbewältigung“, erklärt die Sachbearbeiterin für Bevölkerungsschutz Emily Traub. Wichtig ist dabei: Notfall-Treffpunkte sind bewusst als kurzfristige, niedrigschwellige Unterstützungsangebote konzipiert. Sie ermöglichen Menschen, weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben. Eine Unterbringung von Menschen über einen längeren Zeitraum ist nicht vorgesehen, kann jedoch bei Bedarf organisiert oder entsprechend erweitert werden. In Eislingen können drei Notfall-Treffpunkte eingerichtet werden: die Stadthalle, die Sporthalle Ösch 1 und die Turnhalle der Dr.-Engel-Realschule.
Notfall-Leuchttürme: Sicherung der Kommunikation im Notfall
Notfall-Leuchttürme kommen immer dann zum Einsatz, wenn die üblichen Kommunikationswege eingeschränkt oder nicht verfügbar sind. Bei Stromausfällen oder wenn die Notrufnummer 112 selbst nicht erreichbar ist, können Notrufe über die Leuchttürme abgesetzt werden. So stellen die Notfall-Leuchttürme sicher, dass Bürgerinnen und Bürger zuverlässig Kontakt zu Rettungsdiensten aufnehmen können. Betrieben werden sie durch die Freiwillige Feuerwehr Eislingen. Sie gewährleisten, dass auch unter erschwerten Bedingungen Notrufe entgegengenommen und an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden können. Notfall-Leuchttürme sind die Feuerwache Eislingen (Stuttgarter Straße 39) und das Feuerwehrhaus Krummwälden (Bachstraße 2).
Strukturierte Abläufe im Hintergrund
Damit die Notfall-Treffpunkte und Notfall-Leuchttürme im Ereignisfall schnell einsatzbereit sind, bestehen klare organisatorische Abläufe. Die Entscheidung zur Aktivierung trifft der eingerichtete Verwaltungsstab der Stadt Eislingen. Neben Kräften der Stadtverwaltung sind insbesondere das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr eingebunden. Unterstützt wird der Betrieb durch eine vorbereitete Ausstattung und vordefinierten Aufgabenstrukturen vor Ort.
Eigenvorsorge bleibt unverzichtbar
So leistungsfähig die kommunalen Strukturen auch sind, sie können eine individuelle Vorbereitung nicht ersetzen. Gerade in den ersten Stunden einer Krise ist es entscheidend, dass Bürgerinnen und Bürger eigenständig handeln können. „Eine funktionierende Krisenvorsorge lebt vom Zusammenspiel aller Beteiligten“, unterstreicht Oberbürgermeister Klaus Heininger die gemeinsame Verantwortung. „Mit unseren Notfall-Treffpunkten und Notfall-Leuchttürmen schaffen wir wichtige Strukturen, um im Ernstfall schnell helfen zu können. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger frühzeitig informieren und selbst Vorsorge treffen.“ Auch aus Sicht des Bevölkerungsschutzes ist dieser Aspekt von zentraler Bedeutung. Die Strukturen sind darauf ausgelegt, die Bevölkerung zu unterstützen. Sie sind jedoch kein Ersatz für die persönliche Vorbereitung. „Wer eigenverantwortlich vorsorgt, bleibt im Ernstfall handlungsfähig und trägt aktiv dazu bei, dass Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird“, merkt Emily Traub an. Eine angemessene Eigenvorsorge bedeutet insbesondere, für mehrere Tage mit den wichtigsten Gütern des täglichen Bedarfs ausgestattet zu sein und sich mit grundlegenden Verhaltensweisen in Krisensituationen vertraut zu machen.
Weiterführende Informationen zum Bevölkerungsschutz unter www.eislingen.de/bevoelkerungsschutz.
Foto (Bildquelle: Stadt Eislingen): Bei den Notfall-Leuchttürmen können Notrufe abgesetzt werden, wenn das Fest- oder Mobilfunknetz eingeschränkt ist.
PM Stadtverwaltung Eislingen