„Herzlichen Glückwunsch“ – und dann? Was bei Fake-Gewinnspielen wirklich passieren kann

Eine kurze Nachricht auf dem Smartphone verheißt den großen Gewinn. Ein neues Auto, ein teures Smartphone oder ein Einkaufsgutschein im Wert von 500 Euro warten angeblich auf den glücklichen Empfänger. Doch hinter der freundlichen Nachricht verbergen sich fast immer organisierte Kriminelle. Wer auf den mitgelieferten Link klickt, tappt direkt in die Falle. Polizei und Verbraucherschützer warnen regelmäßig vor dieser Masche. Der finanzielle Schaden geht oft in die Tausende.

Wie Kriminelle ihre Opfer täuschen

Die Täter kontaktieren ihre Opfer meist über WhatsApp, SMS oder per E-Mail. Sie nutzen dabei geschickt die Logos und Namen bekannter Marken. Oft geben sie sich als große Supermarktketten, Möbelhäuser, Paketdienstleister oder Elektronikmärkte aus. Die optische Aufmachung wirkt auf den ersten Blick absolut professionell.

Ein zentrales Element dieser Täuschung ist der Zeitdruck. Ein Countdown zählt auf der verlinkten Webseite die Sekunden herunter. Wer nicht sofort seine Daten eingibt, verliert angeblich den Anspruch auf den Preis. Diese künstliche Eile soll verhindern, dass Nutzer die Nachricht kritisch hinterfragen. Die Betrüger wissen genau: Wer gestresst ist, übersieht kleine Fehler in der Webadresse oder ein komplett fehlendes Impressum.

In vielen Fällen fordern die Täter die Empfänger zusätzlich auf, die Nachricht an fünf bis zehn Freunde weiterzuleiten. So verbreitet sich der betrügerische Link wie ein Schneeballsystem. Die Absender wirken für die neuen Empfänger plötzlich vertraut, da die Nachricht von einem guten Bekannten oder Familienmitglied stammt. Die Hemmschwelle, den Link zu öffnen, sinkt massiv.

So erkennen Sie unseriöse Nachrichten sofort

Ein gesundes Misstrauen schützt im Alltag am besten. Wer an keinem Gewinnspiel teilgenommen hat, kann logischerweise auch nichts gewinnen. Achten Sie genau auf den exakten Absender. Offizielle Unternehmen schreiben ihre Kunden niemals über unbekannte Handynummern aus dem Ausland an.

Auch die E-Mail-Adressen verraten die Täter oft. Wenn hinter dem @-Zeichen kryptische Buchstabenkombinationen oder gewöhnliche Freemail-Anbieter stehen, handelt es sich um einen Betrugsversuch. Seriöse Firmen verlangen zudem grundsätzlich keine Bearbeitungsgebühren für die Auszahlung von Gewinnen. Auch das Fehlen eines gültigen Impressums auf der verlinkten Webseite entlarvt die Täter eindeutig.

Experten raten dazu, verdächtige Nachrichten im Zweifel unkommentiert zu löschen. Fachportale im Internet sammeln regelmäßig aktuelle Fälle und klären über die genauen Vorgehensweisen der Kriminellen auf. Betrugstest.com identifiziert typische Warnsignale, anhand derer Verbraucher echte von falschen Aktionen rechtzeitig unterscheiden können.

Fake Gewinnspiele: Was kann passieren, wenn man dem Link folgt?

Viele Verbraucher fragen sich beim Thema Fake Gewinnspiele was kann passieren, wenn sie die Nachricht einfach nur ansehen. Tatsächlich reicht oft schon ein einziger Klick auf den blauen Link in der SMS. Die Täter leiten das Opfer sofort auf manipulierte Webseiten um. Dort lädt sich im Hintergrund unsichtbar Schadsoftware auf das Gerät herunter. Trojaner spionieren in der Folge Passwörter für das Online-Banking aus oder lesen private Textnachrichten und E-Mails mit.

Eine andere gängige Methode zielt auf versteckte Kosten ab. Auf der Zielseite ploppt ein kleines Fenster auf. Nutzer sollen dort ihre Handynummer eintragen, um den Gewinn abschließend zu bestätigen. Im kaum lesbaren Kleingedruckten versteckt sich jedoch der Abschluss eines teuren Abonnements.

Die Täter buchen fortan wöchentlich hohe Beträge direkt über die Handyrechnung ab. Verbraucher bemerken diesen Betrug oft erst Wochen später, wenn der Mobilfunkanbieter die monatliche Rechnung schickt.

Datenhandel und Identitätsdiebstahl

Manchmal passiert nach dem Klick scheinbar nichts Schlimmes. Das Opfer füllt ein langes Formular aus und gibt Name, Adresse, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse an. Der versprochene Gewinn kommt in der Realität jedoch nie an. Diese spezielle Gewinnspiel Betrugsmasche zielt rein auf die Beschaffung von persönlichen Datensätzen ab. Adresshändler sammeln diese Informationen.

Sie verkaufen die Listen im Darknet oder an dubiose Callcenter im Ausland weiter. Die Folge für das Opfer ist massiv. Das Telefon klingelt täglich, Spam-Mails fluten das Postfach und Kriminelle versuchen, am Telefon weitere Daten wie die Kontonummer zu erfragen. Noch gefährlicher wird es, wenn die Täter die erbeuteten Daten für gezielten Identitätsdiebstahl nutzen.

Sie bestellen teure Waren auf den Namen des Opfers im Internet oder schließen Verträge ab. Die Rechnungen, Mahnungen und Inkasso-Briefe landen dann beim völlig ahnungslosen Verbraucher im Briefkasten.

In einigen Fällen fordern die Täter in Folge-Mails auch eine Vorabgebühr. Angeblich müssen Notarkosten, Steuern oder Transportgebühren für den Gewinn bezahlt werden. Wer dieses Geld überweist, sieht es nie wieder.

Schon geklickt? Diese Schritte helfen jetzt

Wer bereits in die Falle getappt ist, muss schnell und überlegt handeln. Ignorieren Sie das Problem auf keinen Fall. Schalten Sie das Smartphone sofort in den Flugmodus, falls Sie den Verdacht haben, dass sich Schadsoftware installiert hat. So verhindern Sie, dass das Gerät weitere sensible Daten an die Täter sendet oder den gefährlichen Link automatisch an Ihre Kontakte verschickt.

Informieren Sie Ihre Freunde über andere Wege, falls Ihr Handy Nachrichten in Ihrem Namen verschickt hat. Haben Sie sensible Bankdaten eingegeben, kontaktieren Sie umgehend Ihre Hausbank. Lassen Sie Ihre Konten und Kreditkarten präventiv sperren. Ändern Sie alle wichtigen Passwörter von einem anderen, sicheren Gerät aus. Prüfen Sie zudem detailliert Ihre Handyrechnung.

Finden Sie dort fremde Abbuchungen, richten Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter sofort eine sogenannte Drittanbietersperre ein. Erstatten Sie in jedem Fall Anzeige bei der örtlichen Polizei. Auch wenn die Täter oft im Ausland sitzen, helfen die gesammelten Anzeigen den Ermittlern dabei, die kriminellen Netzwerke aufzudecken und andere Verbraucher gezielt zu warnen.

PM

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