Fachtag der Stiftung Kinder forschen im Landratsamt Göppingen: Forschen heißt fragen! Was haben tanzende Rosinen im Glas mit MINT und Sprache zu tun?

Neugierig sein, Experimente wagen und zu neuen Erkenntnissen kommen, Fragen formulieren und Antworten verstehen können – die Entwicklung von wissenschaftlichem Denken und die Sprachentwicklung sind eng miteinander verknüpft. Ein Fachtag im Landratsamt Göppingen hat gezeigt, wie gut sich Sprach- und MINT-Bildung ergänzen. Die Logopädin Veronika Meiwald vom Deutschen Bundesverband für Logopädie und Dr. Stephan Gühmann von der Stiftung Kinder forschen überzeugten die teilnehmenden Pädagoginnen mit ihrem interaktiven Vortrag darüber, wie sie die Kinder im Alltag gut begleiten können.

Die Stiftung Kinder forschen setzt sich seit 2006 dafür ein, Kinder schon früh für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (kurz MINT) und Nachhaltigkeit zu begeistern. Im Rahmen der Fortbildungsangebote werden beim Fachtag „Forschen heißt fragen“ MINT und Sprache verknüpft. Das Interesse war groß, mehr als 70 Teilnehmende aus der Region und weit darüber hinaus, hatten sich zum Fachtag angemeldet. Feierlich eröffnet wurde der Tag mit der Begrüßungsrede von Stefan Kraft, dem Bildungsdezernenten für Hochbau und Mobilität. Herr Stefan Kraft betonte: „Es ist sehr wichtig, die frühe MINT-Bildung zu fördern und gleichzeitig Kinder in ihrer Sprachbildung zu unterstützen, daher freue ich mich, dass wir Ihnen heute diesen Fortbildungstag bei uns im Haus ermöglichen können.“ Im Namen des Landrats, Markus Möller, hatte das Landratsamt gemeinsam mit dem NwT-Bildungshaus Göppingen zum Fachtag eingeladen.

Das NwT-Bildungshaus ist seit 2023 Netzwerkpartner der Stiftung Kinder forschen und hat bereits den zweiten erfolgreichen Fachtag für die Pädagoginnen und Pädagogen der Region organisiert. Stefan Raaf, Leiter des Kreismedienzentrums Göppingen, sagte: „Ich bin beeindruckt, auf wieviel Interesse der Fachtag gestoßen ist und mit welcher Neugierde und Engagement die Teilnehmenden heute hier sind!“

Nach dem kurzweiligen Fachimpulsging ging es für die Teilnehmenden in zwei Workshoprunden in die Praxis. Verschiedene Frageformen wurden ausprobiert und für den Alltag geprobt. Welche Fragestellung hat welche Wirkung im Dialog mit Kindern und passt sowohl zur sprachlichen Entwicklung als auch zum naturwissenschaftlichen Vorwissen des individuellen Kindes? Dr. Stephan Gühmann von der Stiftung Kinder forschen sagt: „Sprache ist zentral für das Lernen in MINT. Wenn Kinder beim Experimentieren erklären, vergleichen oder Hypothesen formulieren, trainieren sie gleichzeitig zentrale sprachliche Fähigkeiten, die auch für schulischen Erfolg entscheidend sind. Zentral ist, dass viele Sprechanlässe im Alltag der Kinder geschaffen werden: Beim Vermuten, Diskutieren, Beschreiben und Erklären kommen Kinder ständig ins Gespräch miteinander und mit der Fachkraft. Gerade Kinder mit Deutsch als Zweitsprache oder aus sprachlich weniger anregenden Familien können durch solche Angebote sprachlich aufholen.“

Die Teilnehmenden reflektierten über verschiedene Kategorien von Fragen und erlebten selbst, vor welchen Herausforderungen dabei sowohl die Fragenden als auch die Befragten stehen. Die tanzenden Rosinen im Sprudelglas bleiben den Teilnehmenden als MINT-Experiment, was sich direkt mit Sprachbildung verknüpft, im Kopf. Ziel ist es, im beruflichen Alltag ein Bewusstsein für Sprache zu entwickeln und gemeinsam mit den Kindern zu entdecken und zu forschen und dabei einen guten sprachlichen Rahmen zu bieten. MINT und Sprachbildung dürfen gemeinsam gedacht und in den Alltag integriert werden.

Über die Stiftung Kinder forschen

Die gemeinnützige Stiftung Kinder forschen engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern vor Ort bietet die Stiftung bundesweit ein Bildungsprogramm an, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei unterstützt, Kinder im Kita- und Grundschulalter qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Die Stiftung Kinder forschen verbessert Bildungschancen, fördert Interesse am MINT-Bereich und professionalisiert dafür pädagogisches Personal. Partner der Stiftung sind die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung, die Dieter Schwarz Stiftung und die Friede Springer Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
www.stiftung-kinder-forschen.de

Der Partner vor Ort: Das NwT-Bildungshaus

Das NwT-Bildungshaus ist ein geschützter Raum für Lehrende, Erziehende und Lernende vom Kindergarten bis zum Abitur, in dem neue Unterrichtskonzepte und Ansätze ausprobiert, umgesetzt und optimiert werden können. Seit 2023 ist das NwT-Bildungshaus unter dem neuen Träger – dem Landkreis Göppingen – im Kreismedienzentrum Göppingen integriert. Das breite Angebotsspektrum zieht sich von Angeboten für Vorschüler, über Grundschulen bis hin zu MakerSpace Projekten für ältere Schüler der Sekundarstufe 1. Außerdem werden als Netzwerkpartner der Stiftung Kinder forschen MINT-Qualifizierungen für pädagogische Fachkräfte umgesetzt. Kinder schon frühzeitig für Natur und Technik zu begeistern ist ein Schlüssel für späteres Interesse an diesen Themen. Kindgerecht aufbereitet können schon die Jüngsten die spannende Welt der Naturwissenschaft entdecken. Mit “NwT auf Rädern“ bietet das NwT-Bildungshaus komplette Materialsets für Grundschulthemen, durch die die Lehrinhalte des Lehrplans praktisch erfahren werden können. Aber auch individuell zugeschnittene Angebote entlang des Bildungsplans der Fächer NwA oder BNT sind möglich.
Projektorientierte Angebote im MakerSpace Göppingen ermöglichen älteren Schülern Einblicke und Orientierung in den Bereichen Technik, Mechanik, Elektrotechnik und Informatik.
nwt-bildungshaus.de/

Foto vom KMZ Göppingen

PM Landratsamt Göppingen Kreismedienzentrum Göppingen

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