- Petition zum Biber erreicht höchste Beteiligung auf Plattform des Landtags
- 14.348 Stimmen unterstützen Forderungen von BUND und NABU
- Klares Zeichen für Koalitionsverhandlungen der neuen Landesregierung
Die Landtagspetition von BUND und NABU Baden-Württemberg zum Schutz des Bibers und gegen das leichtere Töten der Tiere ist mit einem großen Erfolg zu Ende gegangen. In sechs Wochen zeichneten 14.348 Menschen die Petition mit. Das ist die höchste Beteiligung, die jemals auf dem neuen Online-Portal des Landtags von Baden-Württemberg erzielt wurde.
Sylvia Pilarsky-Grosch, BUND-Landesvorsitzende: „Diese große Unterstützung sehen wir als klaren Auftrag an die Politik zu handeln. Statt auf den Abschuss von Tieren als vermeintlich schnelle Lösung für Konflikte sollte sie auf langfristig wirksame Maßnahmen im Umgang mit Bibern setzen. Dazu gehört unter anderem, naturnahe Gewässer und Auenlandschaften zu stärken und ihnen mehr Raum zu geben. Denn Konflikte mit Bibern finden meist in unmittelbarer Nähe von Gewässern statt. Wenn der gesetzlich vorgeschriebene Abstand von zehn Metern an deren Rändern bei jeder Nutzung konsequent eingehalten wird, lassen sich viele Konflikte vermeiden.“
Johannes Enssle, NABU-Landesvorsitzender: „Der Biber ist Teil unserer Natur und leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Gewässerökologie. Statt Schnellschüssen muss die Landesregierung das etablierte Bibermanagement stärken. Das Zusammenspiel von hauptamtlichen Biber-Beauftragten bei den Regierungspräsidien und engagierten ehrenamtlichen Biber-Beratenden in der Fläche hat sich bewährt. Konflikte vor Ort lassen sich damit durch Instrumente wie den Schutz von Bäumen mit Drahthosen, den Einsatz von Elektrozäunen auf Äckern, den Einbau von Gittermatten als Untergrabungsschutz oder die Drainage von Biberdämmen zur Regulierung des Wasserspiegels effektiv lösen.“
Wie geht es weiter?
Nachdem die Petition das nötige Quorum von 10.000 Stimmen deutlich übertroffen hat, muss sich der Petitionsausschuss des Landtags mit dem Thema befassen. Durch die Landtagswahl wird das voraussichtlich noch etwas dauern. Laut vorläufigem Plan sind die konstituierenden Sitzungen der Ausschüsse für Ende Juni geplant. BUND und NABU appellieren an die künftige Landesregierung, das Thema dennoch nicht auf die lange Bank zu schieben. „Mehr als 14.300 Menschen haben mit ihrer Unterschrift ein starkes Zeichen für den Schutz des Bibers im Land gesetzt. Wenn die Landesregierung solche Möglichkeiten zur Beteiligung schafft, muss sie deren Ergebnisse auch ernst nehmen und in ihrer Politik berücksichtigen. Mit der Rücknahme der neuen Biberverordnung, einer Stärkung des funktionierenden Biber-Managements im Land und einem wissenschaftlich fundierten Umgang bei Konflikten mit Wildtieren wie Biber und Wolf sollte die Landesregierung jetzt ein ebenso klares Signal setzen, dass die Menschen im Land Gehör finden“, betonen die beiden Landesvorsitzenden.
Hintergrund:
Trotz massiver Kritik von Seiten des Natur- und Artenschutzes hat die Landesregierung die „Verordnung zum Schutz vor Beeinträchtigungen durch den Biber“ (BiberVO) am 20. Januar veröffentlicht. Sie ermöglicht bei Konflikten mit Infrastruktur sowie land- und forstwirtschaftlicher Nutzung unter anderem Maßnahmen bis hin zum Töten von Bibern mit Hilfe einer Allgemeinverfügung für ganze Regionen und Kreise. Bislang war das nur mit einzelnen Ausnahmegenehmigungen möglich. Denn die Art ist durch das Bundesnaturschutzgesetz und die europäische Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie streng geschützt. BUND und NABU haben deshalb am 6. Februar die Online-Petition „Stoppt das geplante Biber-Töten!“ beim Landtag gestartet. Innerhalb von sechs Wochen haben 14.348 Menschen die Petition mitgezeichnet und fordern damit von der Landesregierung, die BiberVO zurückzuziehen. Sie erreichte die bisher höchste Beteiligung seit dem Start der Plattform des Landtags im Juli 2025.
Mehr Informationen:
- Direkt zur Petition beim Landtag: www.bund-bawue.de/biberpetition
- Hintergründe und FAQ zur Biber-Petition
- BUND zum Biber in Baden-Württemberg
- Der Biber – NABU Baden-Württemberg
PM NABU Baden-Württemberg