Warum viele Steuerberater keine Freelancer akzeptieren

Viele Freiberufler unterschätzen, wie stark ein guter Steuerberater über ihre finanzielle Sicherheit mitentscheidet. Gleichzeitig gelten sie, laut Tagesspiegel, in vielen Kanzleien nicht als „A‑Mandanten“, weil ihre Umsätze oft unter denen von Kapitalgesellschaften oder vermögenden Privatkunden liegen. Umso wichtiger ist es, strategisch vorzugehen und gezielt nach Beratern zu suchen, die sich wirklich für die spezifischen Bedürfnisse von Solo-Selbstständigen interessieren – statt nur „mitlaufende“ Buchhaltung zu liefern.

Ein typisches Warnsignal ist beispielsweise, wenn der Steuerberater vor allem nach Steuertricks sucht, die betriebswirtschaftlich wenig Sinn ergeben. Etwa wenn er zu größeren Anschaffungen rät, nur um „Kosten zu produzieren“, obwohl die vorhandene Ausstattung völlig ausreicht. Wer als Freelancer gute Zahlen schreibt, braucht in erster Linie jemanden, der diese Stabilität stärkt und nicht künstlich schmälert. Seriöse Kanzleien erklären daher immer sowohl die steuerlichen als auch die wirtschaftlichen Folgen von Investitionen und lassen die Entscheidung bewusst beim Mandanten.

Bei der Suche nach einer passenden Kanzlei lohnt es sich, gezielt nach Branchenerfahrung zu fragen. Steuerberater, die hauptsächlich Handwerksbetriebe betreuen, sind nicht automatisch die beste Wahl für digitale Nomaden, Kreative oder Berater mit internationalen Kundenbeziehungen. Empfehlenswert sind Steuerkanzleien, die klar kommunizieren, welchen Anteil ihres Mandantenstamms Selbstständige und kleine Unternehmen ausmachen und welche Zusatzleistungen sie anbieten – etwa Hilfe bei betriebswirtschaftlicher Planung, Liquiditätsvorschauen oder Unterstützung bei der Altersvorsorge. Ein erstes Gespräch sollte außerdem klären, wie erreichbar die Kanzlei ist, welche Reaktionszeiten üblich sind und ob moderne Tools wie Cloud-basierte Buchhaltung, Beleg-Apps und digitale Signaturen genutzt werden.

Freelancer sollten das Erstgespräch als strukturiertes Interview führen. Sinnvolle Fragen sind zum Beispiel: Welche Erfahrungen gibt es mit schwankenden Honoraren und Projektgeschäften? Wie wird mit Auslandsumsätzen oder Remote-Arbeit aus anderen Ländern umgegangen? Wie transparent sind Honorare und welche Leistungen sind im Pauschalpreis enthalten, was wird extra berechnet? Wer hier nur vage oder ausweichend antwortet, ist selten ein guter Partner auf Dauer.

Am Ende gilt: Ein guter Steuerberater ist Sparringspartner, nicht nur Formularausfüller. Er hilft, rechtliche Risiken zu minimieren, betriebliche Entscheidungen einzuordnen und finanzielle Puffer klug zu planen. Für Freelancer ist es deshalb oft besser, etwas mehr Zeit in die Suche zu investieren und gegebenenfalls die Kanzlei zu wechseln, als sich mit einem Berater zu begnügen, der sie nur als „Mandant zweiter Klasse“ behandelt.

PM Freelance-Market International GmbH

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