Der Gemeinderat von Geislingen an der Steige hat in seiner gestrigen Sitzung den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Maßgeblich geprägt ist dieser durch den Neubau des Neuen Gymnasiums sowie durch stark gestiegene Kosten und strukturelle Belastungen der kommunalen Finanzen.
Im Ergebnishaushalt 2026 stehen den ordentlichen Erträgen von rund 92,4 Millionen Euro ordentliche Aufwendungen von rund 98,6 Millionen Euro gegenüber – ein Defizit von rund 6,2 Millionen Euro. In den Folgejahren summieren sich die Fehlbeträge bis 2029 auf über 23 Millionen Euro.
Besonders ins Gewicht fallen steigende Personalaufwendungen im Betreuungsbereich, hohe Abschreibungen sowie die Kreisumlage. Hinzu kommen Einnahmeverluste von rund zwei Millionen Euro infolge des Zensus. Gegen den entsprechenden Bescheid hat die Stadt bereits Widerspruch eingelegt.
Wie Stadtkämmerin Ute Dreher in ihrer Haushaltsrede im Dezember 2025 bereits ausführte, verschärft sich die finanzielle Lage der Kommunen landesweit zunehmend. „Immer mehr Städte und Gemeinden geraten in eine strukturelle wirtschaftliche Schieflage“, sagt Ute Dreher.
„Die angespannte Haushaltslage zwingt uns, Prioritäten zu setzen“, sagt Oberbürgermeister Ignazio Ceffalia. „Es gibt schlicht nicht genug finanzielle Mittel, um alle anderen Vorhaben parallel in der gewünschten Form zu realisieren. Das ist schmerzhaft, aber notwendig, um die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Stadt zu sichern.“
Kritisch äußerte sich Oberbürgermeister Ignazio Ceffalia zur zunehmenden Aufgabenübertragung auf die Kommunen ohne ausreichende finanzielle Ausstattung. „Unser Gestaltungsspielraum schrumpft. Das ist nicht nur ein finanzielles Problem, sondern auch eins für die kommunale Selbstverwaltung“, sagte er. Er forderte dringend strukturelle Reformen und eine verlässliche Finanzausstattung durch Land und Bund.
Trotz der Herausforderungen blickt die Stadt nach vorne. Künftige Haushalte sollen strategischer ausgerichtet werden, zudem wird eine klare Stadtstrategie entwickelt, um Investitionen langfristig zu planen. „Die Herausforderungen sind groß, aber wir sind größer“, so Ignazio Ceffalia. „Gemeinsam können Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft mehr erreichen, als viele heute glauben.“
PM Stadt Geislingen an der Steige