In diesen Tagen finden wieder die Schulanmeldungen statt. Dabei geht es auch um die Teilnahme am Religionsunterricht, der meist als gemeinsamer Unterricht für evangelische und katholische Schüler angeboten wird. Doch, was bringt es meinem Kind, wenn es in Reli mitmacht? „Was kann ich, wenn ich Reli kann?“
Religionsunterricht – das ist das kleine Fach mit den großen Fragen. Kinder sind von Natur aus wissbegierig und neugierig. Das Staunen über die Welt, die sie umgibt, veranlasst sie, sich auf die Suche nach Antworten zu machen. Besonders die „großen Fragen“, also Fragen, die nicht eindeutig entscheidbar sind und auf die wir Menschen keine letztgültige Antwort geben können, haben es ihnen angetan: „Wieso sind manche Menschen böse? Gibt es einen Gott und wie sieht der aus?“ sind zwei Beispiele für solch „große Fragen“. Der Religionsunterricht kann sich Zeit nehmen für diese Anliegen und gemeinsame Nachdenkprozesse anregen. Die Fragen der Kinder werden wertgeschätzt und Impulse zum Nachdenken gegeben, damit die Kinder voneinander lernen können.
Doch Reli kann noch mehr: Reli gibt Hoffnung und macht stark! „Was macht mich stark für die Zukunft? Wer ist verlässlich für mich da?“ Geschichten, die Menschen mit Gott erlebt haben, tiefgründige Gespräche und kreative Ideen helfen im Unterricht, Antworten auf diese Fragen zu finden. Ebenso wie Rituale, die Sicherheit und Orientierung geben, wenn gemeinsam in der Klasse Bitten, Hoffnungen und Wünsche formuliert werden, Bodenbilder gestaltet oder Friedenssterne gebastelt werden, die sich – ins Wasser gelegt – entfalten. So entstehen starke Worte und Bilder, die Mut schenken, etwa „Gottes Stärke ist es, bei denen zu sein, die leiden.“ Lieder, die man gerne singt, tragen zur Gemeinschaft bei und helfen mit den eigenen Gefühlen umzugehen.
„Was kann ich, wenn ich Reli kann?“ – das und noch viel mehr. Lassen wir es die Kinder doch einfach ausprobieren.
Schuldekan Stephan Schiek