Wachstum geht im zweiten Halbjahr in die Verlängerung

»Die baden‑württembergische Wirtschaft erzielte im ersten Halbjahr 2016 ein Wachstum von gut 2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015. Für das vierte Quartal 2016 erwarten wir eine reale Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von 1,75 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit entwickelte sich die Südwestwirtschaft positiver als es noch zur Jahresmitte erwartet wurde. In der zweiten Jahreshälfte dürfte das Wachstum in die Verlängerung gehen.«, so fasste die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, die zentralen Aussagen der aktuellen Ausgabe von »Konjunktur Südwest« zusammen.

wachstum-2016Der Grund für die Wachstumsentwicklung liegt auch an der wieder stabileren Auslandsnachfrage im Verarbeitenden Gewerbe. So stieg der Auslandsumsatz im dritten Quartal saisonbereinigt um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Aufs Vorjahresquartal gerechnet liegen die Umsätze damit nur noch 0,6 Prozent im Minus. Dahinter steht insbesondere der für Baden‑Württemberg wichtige Fahrzeugbau (+2,4 Prozent zum Vorquartal).

Die binnenwirtschaftlichen Indikatoren entwickelten sich ebenfalls durchweg positiv. So stiegen die geleisteten Arbeitsstunden im Baugewerbe im dritten Quartal saisonbereinigt um 2,7 Prozent zum Vorquartal und sogar um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Vorliegende Umsatzzahlen ausgewählter Dienstleistungsbereiche sind ebenfalls aufwärtsgerichtet. Um 6,9 Prozent legte der Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Die gute Lage am Arbeitsmarkt und die sehr niedrige Inflation dürften in den nächsten Monaten die Binnenwirtschaft zudem vorantreiben. Mit 3,8 Prozent liegt die Arbeitslosenquote zwar leicht höher (0,1 Prozentpunkte) als im Juli. Dies entspricht aber immer noch einem sehr niedrigen Niveau. Der Beschäftigungsaufbau blieb in den Monaten Mai bis Juli weiterhin dynamisch. Durchschnittlich stellten baden‑württembergische Unternehmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gut 90 100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ein und damit stieg die Zahl der Beschäftigten um 2,1 Prozent. Die Inflation lag dank gesunkener Energiepreise im dritten Quartal bei nur 0,4 Prozent und stützte somit die Kaufkraft von Löhnen und Gehältern.

Tabelle 1

Wirtschaftswachstum in Baden-Württemberg seit 2011
Jahr Quartal Konjunktur-indikator BIP-Kettenindex (real)
Originalwerte (2010=100) Trend-Konj.-Komp. HP-Trend
Jahr Quartal1) gleitende Jahreswachs-tumsrate in %
1) Ab III. Quartal 2016 Schätzung.

Datenquellen: Monatsbericht für Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden, Bundesagentur für Arbeit, L- Bank -ifo -Geschäftsklima in der Gewerblichen Wirtschaft, Deutscher Aktienindex, eigene Berechnungen.

© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2016

2011 X X X X X
II 2,04 103,7 7,9 104,5 102,3
III 1,94 105,8 6,4 104,9 102,8
IV 1,63 106,3 4,7 105,1 103,2
2012 X 105,1 X X X
I 1,26 104,7 2,8 105,2 103,6
II 0,75 103,9 1,6 105,3 104,0
III 0,62 106,2 0,9 105,1 104,5
IV 0,85 105,6 0,4 105,0 104,9
2013 X 105,5 X X X
I 0,55 102,6 −0,5 105,1 105,3
II 0,49 104,5 −0,4 105,5 105,8
III 0,74 107,5 −0,2 105,9 106,2
IV 0,86 107,3 0,4 106,2 106,7
2014 X 107,0 X X X
I 0,98 104,6 1,3 106,4 107,1
II 1,18 105,1 1,3 106,7 107,6
III 1,22 108,5 1,2 107,4 108,1
IV 1,08 109,8 1,5 108,5 108,6
2015 X 110,4 X X X
I 0,91 107,9 1,7 109,5 109,1
II 0,93 109,4 2,6 110,3 109,6
III 1,15 111,8 3,1 110,4 110,1
IV 1,37 112,5 3,1 110,4 110,6
2016 X X X X X
I 1,16 108,24 2,5 110,37 111,13
II 0,81 110,38 1,7 110,67 111,66
III 0,83 113,48 1,3 111,61 112,19
IV 0,70 114,47 1,1 112,77 112,71
2017 X X X X X
I 0,96
II

Herausgegeben vom Statistischen Landesamt Baden‑Württemberg.

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