Die Konjunktur im Handwerk der Region Stuttgart zeigt im dritten Quartal des Jahres eine leichte Erholung. Die Geschäftslage hat sich gegenüber dem schwachen zweiten Quartal leicht verbessert, die wirtschaftliche Entwicklung bleibt aber weiterhin fragil. Vor allem bei Aufträgen und Investitionen fehlt der nötige Aufschwung.
Die Ergebnisse der neuesten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart zeigen erste Stabilisierungen, aber die wirtschaftliche Gesamtlage sorgt weiterhin für eine angespannte Situation bei den Handwerksbetrieben in der Region. Die Geschäftslage verbessert sich auf einen Saldo von +15 Punkten, nach +11 Punkten im zweiten Quartal. Der Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen positiven und negativen Einschätzungen der Betriebe. Trotz der Verbesserung bleibt die Geschäftslage damit auf einem niedrigen Niveau. Eine schlechtere Geschäftslage in einem dritten Quartal wurde zuletzt während der Finanzkrise 2009 gemessen. Auch bei der Kapazitätsauslastung zeigt sich eine leichte Verbesserung. Allerdings sind weiterhin lediglich 11 Prozent der Betriebe zu mehr als 100 Prozent ausgelastet.
„Die Handwerkskonjunktur hat die Talsohle scheinbar durchschritten. Für eine nachhaltige Erholung ist es aber noch zu früh. Dafür ist die Auftragslage zu schwach und die Investitionsbereitschaft zu gering“, erklärt Peter Friedrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart.
Aufträge bleiben aus, Investitionen zurückhaltend
Die Auftragslage bei den Handwerksbetrieben in der Region Stuttgart bleibt auch in diesem Quartal angespannt. Die Investitionsbereitschaft bleibt ebenfalls verhalten. Auch die Absichten, zu einem späteren Zeitpunkt zu investieren, sind rückläufig. Besonders deutlich zeigt sich die Diskrepanz im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe. Beide Gewerke bewerten ihre aktuelle Geschäftslage positiv, erwarten aber beim Auftragseingang für das kommende Quartal weiterhin Rückgänge.
Grund für die Zurückhaltung bei Investitionen und Aufträgen ist die schwache wirtschaftliche Entwicklung. Zwar wird diese durch staatliche Investitionen vorangetrieben, aber aus Sicht der Handwerkskammer braucht es hier stärkere Impulse. „Das Sondervermögen kann wichtige Impulse geben. Entscheidend ist jetzt, dass daraus konkrete Projekte und Aufträge werden. Gerade das Handwerk vor Ort muss von den Investitionen profitieren können“, so Hauptgeschäftsführer Peter Friedrich.
Damit die Investitionsbereitschaft wieder steigen kann, müssen die zusätzlichen Mittel tatsächlich auch für zusätzliche Investitionen eingesetzt und die Vorhaben zügig umgesetzt werden. „Gleichzeitig braucht es hierzu verlässliche Rahmenbedingungen, damit auch die privaten Investitionen wieder Fahrt aufnehmen”, fordert der Kammerchef.
Weiterführende Informationen:
Den aktuellen Konjunkturbericht finden Sie unter folgendem Link: www.hwk-stuttgart.de/konjunktur-2026-3
Einen Überblick über alle Konjunkturberichte der vergangenen Jahre erhalten Sie hier: www.hwk-stuttgart.de/konjunktur
PM Handwerkskammer Region Stuttgart