Handwerk schafft beim Umsatz „schwarze Null“: Die Umsatzentwicklung im baden-württembergischen Handwerk stabilisiert sich. Entwarnung gibt es dennoch nicht.

Das Handwerk in Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr rund 120,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – entspricht dies mit einem Plus von 0,2 Prozent nahezu dem Vorjahresniveau. Damit hat das Handwerk die erwartete „schwarze Null“ erreicht. Berücksichtigt man jedoch die Preisentwicklung, ergibt sich ein anderes Bild: Real bedeutet das Ergebnis bereits das fünfte Jahr in Folge mit einer negativen Entwicklung. „Die schwierige wirtschaftliche Lage im Land macht mittlerweile auch vor dem Handwerk nicht halt“, sagt Rainer Reichhold, Präsident von Handwerk BW.
In den einzelnen Gewerken entwickelte sich die Lage unterschiedlich. Im Bauhauptgewerbe zeigte sich nach einem deutlichen Rückgang im Jahr 2024 wieder ein leichtes Umsatzplus von 1,5 Prozent. Im Metallhandwerk gingen die Umsätze dagegen erneut zurück – allerdings weniger stark als noch im Jahr zuvor. „Wir hoffen, dass sich hier erste Anzeichen für eine Trendwende zeigen“, so Reichhold.
Für das laufende Jahr rechnet das Handwerk erneut mit einem kleinen Umsatzplus. Allerdings bleibt die wirtschaftliche Entwicklung mit großen Unsicherheiten behaftet. Vor allem die zuletzt im Zuge des Nahost-Konflikts stark gestiegenen Energiepreise bereiten Sorge. „Sollten die Energiepreise länger auf diesem hohen Niveau bleiben, könnte sich die wirtschaftliche Lage auch im Handwerk schnell wieder verschlechtern“, warnt der Landeshandwerkspräsident.
Auch bei der Beschäftigung zeigt sich die angespannte Lage: Die Zahl der tätigen Personen im baden-württembergischen Handwerk sank binnen Jahresfrist um rund ein Prozent auf etwa 768.000. Der Rückgang ist vor allem demografisch bedingt. Gleichzeitig blieben zum Jahresende rund 13.000 Stellen unbesetzt.
Die großen geopolitischen Herausforderungen könne weder das Handwerk noch die Landespolitik lösen, betont Reichhold. „Aber die Rahmenbedingungen für unsere standorttreuen, ausbildenden und steuerzahlenden Betriebe lassen sich sehr wohl verbessern: durch weniger Bürokratie und eine Politik, die den Mittelstand konsequent in den Mittelpunkt stellt.“ Eine Hängepartie bei der Regierungsbildung sei vor diesem Hintergrund zu vermeiden, so die klare Botschaft des Landeshandwerks an Grüne und CDU.

 

PM Baden-Württembergischer-Handwerkstag e.V.

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