Beide Teams mussten jeweils kurzfristig auf einen wichtigen Spieler verzichten, denn Elias Ellefsen a Skopagötu und Martin Hanne waren wegen Schulterproblemen nicht einsetzbar. Der THW Kiel kam schneller ins Spiel und führte nach sechs Spielminuten mit 0:3, auch weil die FRISCH AUF!-Schützen anfangs an Nationaltorwart Andreas Wolff scheiterten. Marcel Schiller brach den Torbann in der 8. Spielminute mit einem Siebenmetertreffer. Und auch das 2:3 markierte er vom Strich, nachdem beides Mal Ole Pregler bei Durchbrüchen nur durch Fouls gestoppt werden konnte.
Das Spiel blieb auch danach torarm. Der THW ging aber wieder mit 2:5 in Führung und FRISCH AUF! mühte sich gegen die stabile THW-Abwehr. Erik Persson besorgte die Treffer zum 3:5 und zum 4:7. Bis auf 5:9 konnten die Gäste, die jetzt in 7:6-Überzahltaktik spielten, ihre Führung ausbauen. FRISCH AUF! blieb aber durch Treffer von Fynn Hofele und Ludvig Jurmala im Spiel. Mit seinem Treffer ins leere Tor zum 7:9 bestrafte Oskar Sunnefeldt die THW-Taktik. Die Gäste gingen danach wieder mit drei Toren Vorsprung weg, aber FRISCH AUF! gelang durch Oskar Sunnefeldt das 8:10 und Torwart Kristian Saeveras steuerte einige Paraden bei. Im Angriff tat sich FRISCH AUF! aber weiterhin schwer. So gelang es Kiel erneut, ihre Führung auf 8:12 auszubauen. FRISCH AUF! stellte auf die Taktik mit vier Rückraumspielern um. Prompt kamen die Grün-Weißen wieder besser ins Spiel und verkürzten durch Treffer von Elias Newel und Erik Persson auf 10:12. So ging es – auch dank einer Parade von Kristian Saveras – in die Kabinen.
Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit gelang FRISCH AUF! der Anschlusstreffer zum 11:12 durch Erik Persson. Der THW zog nochmal auf 11:14 weg, aber danach spielte FRISCH AUF! ebenbürtig. Oskar Sunnefeldt traf zweimal, davon zum 13:14 nach Steal und mit einem weiteren Wurf ins leere Tor. In Überzahl schließlich brachten Treffer von Rutger ten Velde und Marcel Schiller (per Siebenmeter) den 15:15-Ausgleich. Nach dem Ausgleichstreffer von Erik Persson zum 16:16 und anschließendem Ballgewinn in der Abwehr drückte FRISCH AUF!-Trainer Ben Matschke zu ungewohntem Moment den Auszeitbuzzer. Kiel ging noch einmal mit 16:17 in Führung, aber Treffer von Ludvig Jurmala und Oskar Neudeck brachten die vielumjubelte erste FRISCH AUF!-Führung beim 18:17. Die Grün-Weißen agierten jetzt auch mit Ole Pregler und Elias Newel auf Halb und Mitte. Ole Pregler nutzte dies zum 19:18-Führungstreffer. Für die beiden nächsten FRISCH AUF!-Treffer zum 20:19 und 21:20 zeigte sich Ludvig Jurmala vom Kreis verantwortlich. Beim THW übernahm jetzt Oldie Domagoj Duvnjak Verantwortung. In der Abwehr agierte er auf der Spitze und störte so das Göppinger Aufbauspiel. Und im Angriff tankte er sich durch und traf zum 21:22 (52.). FRISCH AUF!-Trainer Ben Matschke reagierte sofort und gab neue taktische Anweisungen in einer Auszeit. Aber anders als beim ersten Mal, kam FRISCH AUF! dieses Mal nicht erneut besser zurecht, auch weil beim Stand von 21:22 ein eigener Siebenmeter nicht verwertet werden konnte. Der THW nutzte die Fehler der Grün-Weißen und sorgte spätestens beim 21:25 in der 57. Spielminute durch den treffsicheren Siebenmeterschützen Bence Imre für die Vorentscheidung. Weitere Treffer von Elias Newel, Ludvig Jurmala und Oskar Sunnefeldt konnten schließlich die 24:28-Niederlage nicht verhindern. FRISCH AUF! hat dem Favoriten ein gutes Spiel geboten und Zählbares war sogar drin, aber die eigene Fehlerrate war letztlich doch zu hoch.
THW-Trainer Filip Jicha: „Ich bin sehr erleichtert, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir waren mental müde, vor allem die EM-Teilnehmer. Daher war es für uns schwer in Göppingen. Siegbringend war unsere offensive Abwehr. Ein Sonderlob hat unser 18-Jähriger Rasmus Ankermann verdient. Und unsere Mannschaft hat an sich geglaubt.“
FRISCH AUF!-Trainer Ben Matschke: „Unsere Abwehr war sehr gut und hat das umgesetzt, was wir unter der Woche trainiert haben. Leider war unser Umschaltspiel sehr fehlerbehaftet. Noch in der 50. Spielminute haben wir, auch dank der Unterstützung des Publikums, geführt. Die Umstellung auf die 3:2:1-Abwehr war der Schlüssel für den THW Kiel.“
FRISCH AUF!: Saeveras (1.-60.), Buchele; Neudeck 1, ten Velde 1, Klöve, Goßner, Hofele 1, Brodbeck, Persson 5, Pregler 1, Schiller 3/3, Jurmala 5, Sunnefeldt 5, Gislason, Newel 2.
THW: Wolff (1.-45.), Peres de Vargas (45.-60.); Duvnjak 1, Reinkind 4, Landin 4, Överby, Laube, Johansson 1, Ankermann 2, Dahmke, Zerbe 3, Saeed, Bilyk 4, Pekeler 6, Imre 3/2.
Spielfilm: 0:3 (6.), 2:3 (12.), 3:7 (15.), 5:9 (19.), 8:10 (26.), 8:12 (28.), 10:12 (Hz.) – 11:12 (32.), 11:14 (34.), 15:15 (38.), 18:17 (45.), 21:20 (49.), 21:24 (55.), 24:28 (Ende).
Strafen: 0/2
Zuschauer: 5600 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Ramesh und Suresh Thiyagarajah.
PM FRISCH AUF! Göppingen