Das Glück nicht überstrapazieren

Eine turbulente und ereignisreiche Woche liegt hinter der Mannschaft von Frisch Auf. Der TBV Lemgo wurde in der Qualifikation zur European League in der Addition beider Partien knapp geschlagen und auch den VfL Gummersbach besiegten die Grün.-Weißen in der Liga mit 29:28 Toren. Alle Spiele glichen einem Ritt auf der Rasierklinge und hätten wenn man ehrlich ist auch zu Gunsten der Gegner enden können. Hätte, wenn und aber, war aber nicht so und so stehen die Göppinger nun in der Gruppenphase der European League und haben auch ihr Punktekonto in der Liga etwas aufgebessert.

Wenn man die Spiele neutral und nicht mit der grün-weißen Brille des Trainers sieht, muss man konstatieren, das Team ist beileibe noch keine Einheit, viel zu viel Rädchen laufen nicht ineinander. Richtig positiv ist die Entwicklung der beiden Torhüter, welche in den drei Matches letzte Woche mit ihren sensationellen Paraden für die Erfolge hauptsächlich verantwortlich waren. Mayerhoffer spricht zwar immer wieder von einer konstanten Weiterentwicklung seines Teams, nur erkennbar ist es äußerst selten, denn trotz der herausragenden Leistungen seiner Keeper stehen bei den Göppingern über dreißig Gegentore im Schnitt dagegen. Hierfür ist in erster Linie der Mittelblock verantwortlich, Blagontinsek, Sarac und der sehr steif und hölzern wirkende Duarte können keinen Beton anrühren. Viel zu oft lassen sie sich im eins gegen eins von wendigen Mittelleuten austanzen, die dann aufgrund der fehlenden Bindung frei zum Wurf kommen. Diese Wendigkeit hat ohne Zweifel auch der neue Mittelmann Jaka Malus, allerdings, so hat es den Anschein, hat er das System von Mayerhoffer noch nicht verinnerlicht. Viele Baustellen die der Coach noch zu beheben hat, wie auch die Abschlussquote von Außenspielern, denn die gehen wirklich fahrlässig mit den sich bietenden Einschußmöglichkeiten um. Dies alles muss sich sehr schnell ändern, da durch die Qualifikation für die European League viele englische Wochen auf die Göppinger warten und diese sind sicher nur mit einem intakt auftretenden Team zu bewerkstelligen. Die Gegner haben es ohne zu übertreiben in sich, Cupverteidiger Benfica Lissabon, die Kadetten aus Schaffhausen, Tatran Presov aus der Slowakei, den ehemaligen Champions League Sieger HB Montpellier sowie die Ungarn von Fejer Veszprem. Eine interessante und sportlich hoch einzuschätzende Gruppe, die sicher herausragenden internationalen Handball präsentieren wird.

 

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