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Kinderarmut in Deutschland darf kein Dauerzustand bleiben.

Die ökumenische Aktion Rückenwind verweist auf die im Oktober veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung zur Kinderarmut in Deutschland. „Rund 21 Prozent der Kinder leben über mindestens fünf Jahre dauerhaft oder wiederkehrend in einer Armutslage.“ Diese Tatsache ist unerträglich und nicht hinnehmbar.

Besonders betroffene Gruppen sind Kinder von alleinerziehenden Eltern, Kinder mit mindestens zwei Geschwistern oder Kinder mit geringqualifizierten Eltern.

Wenn Kinder in Deutschland von Armut betroffen sind, bedeutet dies in der Regel nicht, obdachlos zu sein oder hungern zu müssen. Arm sein in Deutschland heißt vor allem der Ausschluss „von vielen sozialen und kulturellen Aktivitäten“. Das zeigt sich durch „beengtes Wohnen, wenig Geld für gesundes Essen, Bildung, Hobbies oder Urlaub und nur geringe Chancen auf gesellschaftlichen Aufstieg.“

Die Bertelsmann Stiftung definiert in ihrer Studie die Armutslage von Familien, „die mit weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens auskommen müssen oder staatliche Grundsicherung beziehen.“

Gerade in diesen Bereichen unterstützt die ökumenische Aktion Rückenwind Familien, in denen das Geld z.B. für Nachhilfe, Musik- und Sportunterricht oder Ferienmaßnahmen nicht reicht. Seit der Gründung im Jahr 2010 konnten bereits über 1.000 Aktivitäten von Kindern im Landkreis Göppingen gefördert werden. So auch Lea die leidenschaftlich gerne Klavier spielt. Ihre beiden Geschwister musizieren ebenfalls. Neben der monatlichen Gebühr fallen auch Kosten für das Leihen der Instrumente an. Viele Geld für die Familie, obwohl beide Eltern berufstätig sind. Oder Pia sie ist neuen Jahre alt. Ihr Vater ist alleinerziehend und kann nur Teilzeit arbeiten. Das Geld reicht nicht, deshalb erhalten die beiden aufstockend Arbeitslosengeld II. Im Sportverein genießt Pia die Gemeinschaft und hat viel Spaß. Als Nebeneffekt kann sie ihre schulische Sportnote verbessern. Die Aktion Rückenwind freut sich über die Unterstützung von Spenden, um Kindern aus einkommensschwachen Familien eine Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Gleichzeitig weisen die Träger der ökumenischen Aktion Rückenwind darauf hin, dass politische Fehlentscheidungen nicht dauerhaft durch Spenden ausgeglichen werden sollten. „Wir fordern die zukünftige Bundesregierung auf, Kinderarmut als Schwerpunktaufgabe in den Blick zu nehmen“, sagt Ákos Csernai-Weimer Sekretär der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung. Das Bildungs-  und Teilhabepaket deckt leider nicht die anfallenden Kosten und ich auch nicht für die Familien zugänglich die von einem geringen Einkommen leben müssen.

Die Träger der Aktion Rückenwind, Caritaszentrum Göppingen, Diakonisches Werk Göppingen, Diakonische Bezirksstelle Geislingen, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Bezirk Göppingen und das netzwerk arbeitSwelt Dekanat Göppingen-Geislingen, fordern eine weitere sofortige Anhebung der Sätze für das Arbeitslosengeld II. Dabei darf das Kindergeld nicht mehr verrechnet werden.

Darüber hinaus fordert Aktion Rückenwind neue sozial- und familienpolitische Instrumente, die Armut entgegenwirken und Kinder gezielt unterstützen. Leistungen müssen hierzu direkt Kindern Zugänge zu kulturellen und sozialen Aktivitäten einschließlich Bildung ermöglichen. Dazu sollte eine sozialpädagogische Unterstützung ermöglicht werden, die z.B. auch die Belange der Alleinerziehenden berücksichtigt und Entlastung verschafft. Letztlich sollten die finanziellen Leistungen für Kinder hin zu einer Kindergrundsicherung gebündelt werden. Wenn Kinder in ihrer Entwicklung und Bildung gestärkt werden, verschafft ihnen das einen besseren Start ins Leben. Davon profitieren wir alle gerade auch im Zuge des demografischen Wandels.

PM

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