VBE fordert: Analoge Räume schaffen, halten, ausstatten

„Wir unterstützen den Dreiklang aus ‚Befähigung, Teilhabe und Schutz‘. Die Anerkennung dessen, dass es nicht nur mit gesetzlichen Regelungen und einer Zugangsbeschränkung getan ist, sondern der Schutz in einer digitalen Welt weit darüber hinaus gehen und viele Akteure einbinden muss, war wichtig.

Was jedoch auch immer klarer wird: Wer das Nutzungsverhalten ändern möchte, muss dafür sorgen, dass die Gesellschaft als Vorbild vorangeht, dass Algorithmen transparent werden und einzuhegen sind und nicht zuletzt, dass wir analoge Räume anbieten müssen, die eine echte Alternative sind“, kommentiert Tomi Neckov, der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), anlässlich der offiziellen Übergabe der bereits im Juni veröffentlichten Handlungsempfehlungen der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ (VBE-Stellungnahme hier) an die zuständige Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Karin Prien, im Rahmen der Abschlusskonferenz. Diese wies darauf hin, dass spät damit begonnen wurde, einen systematischen Blick auf die sich sehr dynamisch entwickelnden Möglichkeiten des Digitalen zu werfen. Umso mehr erkannte sie die Leistung der Kommission an, in kurzer Zeit und einem breiten Beteiligungsprozess die Empfehlungen erarbeitet zu haben – dringend notwendig, wo doch Kinder in beiden Welten, der analogen und digitalen, aufwachsen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde mehrmals darauf hingewiesen, dass jede Nutzung eines digitalen Endgeräts eine analoge Erfahrung ersetze. Auch wurde die Forderung nach analoger Begegnung platziert. Dem stimmt der VBE-Vorsitzende zu und fordert: „Wir müssen ein attraktives analoges Angebot schaffen, um Kindern und Jugendlichen die Vorzüge der direkten Begegnung zu zeigen und erfahren zu lassen. Dazu gehört, dass der Sozialraum Schule gut ausgestattet ist und dass es eine soziale Infrastruktur gibt. Die gemeinsame Kraftanstrengung für bessere Bildung, welche der Bundeskanzler Friedrich Merz ausgerufen hat, muss auch dafür gelten, vielfältige kulturelle und soziale Räume zu schaffen, sie zu halten und angemessen auszustatten – mit Geldern für Infrastruktur, für Sozialarbeit und für Erlebnisse, die im digitalen Raum nicht gleichermaßen möglich wären.“

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion.

PM VBE Verband Bildung und Erziehung

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