Bierfest in Pessac – Eine lebendige Partnerschaft feiert sich

„Wir einigen keine Staaten, wir führen Menschen zusammen“, mit diesem Zitat von Jean Monnet, einem der Gründerväter der Europäischen Union, das auf der Partnerschafts-Urkunde steht, die im Göppinger Rathaus hängt, begrüßte Wolfgang Klein, der Vorsitzende der Freunde Göppingen-Pessac e. V. die Gäste beim diejährigen Bierfest in der südwestfranzösischen Partnerstadt.

k640_bierfest-pessac-16Franck Raynal, Bürgemeister von Pessac, unterstrich in seinem Grußwort, wie wichtig die „Begegnungen der Bürger“ sind. Auch Wilfried Krug, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Bordeaux betonte, wie notwendig solche deutschfranzösischen Treffen in einem Europa der wachsenden „nationalistischen Extrem-Bewegungen“ sind. Schließlich hob Alain Rousset, Präsident der Region Aquitaine-Limousin-Poitou-Charentes hervor, dass es ohne Bürgerengagement schlecht um „unser Europa“ stünde. Nach diesen Bekundungen, die alles Andere als „Bierzelt-Reden“ waren, nahm ein fröhliches Fest seinen Lauf. Bei Kaiser-Bier, Kasseler und Würstchen mit Kraut und Apfelstrudel zum Dessert war „Genießen“ angesagt. Hatte „Monsieur le Président“, wie die Franzosen den Göppinger Vereinsvorsitzenden nennen, doch die Maxime ausgegeben: „Genussfähigkeit ist Glücksfähigkeit. Und wer glücklich ist, dem fällt es schwer zu hassen, wie es ihm leicht fällt zu lieben. Genuss macht bewusst, wie wertvoll, wie heilig das Leben ist, und zwar nicht nur das eigene“.

EInen Genuss der besonderen Art bot das touristische Angebot des Comité de Jumelage am Samstag Vormittag. Die französischen Gastgeber hatten ihre Göppinger Freunde nach Bordeaux in die neu eröffnete Cité du Vin eingeladen: Eine Welt der Wein-Kulturen eröffnet sich da dem Besucher. Und so wurde wieder der Bogen zur Eröffnungs-Rede von Wolfgang Klein geschlagen, der treffend Pablo Picasso zitiert hatte: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“. Auch beim zweiten Biefest-Abend am Samstag war Alltägliches in den Hintergrund gerückt. Wie am Vorabend unterhielten die „Galoppers“, sechs Musiker aus Lorch, die mit den Göppingern mitgereist waren, auf treffliche Art und Weise. Sie waren auch beim Abschluss-Konzert am Sonntag eine tragende musikalische Säule.

Neben dem Pessacer Orchester „Brasseurs à Vent“ erfreuten sie abwechselnd das Publikum.

Ernster wurde es noch einmal gegen Ende des Konzerts, als die deutsche Volksweise aus dem Ende des 18. Jahrhunderts intoniert wurde: „Die Gedanken sind frei“. Auf Deutsch und Französisch wurden die Strophen abwechselnd angestimmt. Mit der Europa-Hymne ging dieses „Sonntags-Konzert“ zu Ende. Bevor die Göppinger, reich an positiven Eindrücken und Erfahrungen, ihren Heimweg antraten, wurden sie von den französischen Gastgebern noch einmal mit einem Buffet kulinarisch verwöhnt.

Im nächsten Jahr reisen die Bürger von Pessac dann wieder nach Göppingen zum Weinfest. Beide Feste sind wichtige Ereignisse bürgerschaftlicher Begegnung und Ausdruck eines freien, mannigfaltigen und reichen Lebens.

Foto: Wilfried Krug, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Bordeaux; Jean-Bernard Canton, Président du Comité de Jumelage und Bürgermeister Franck Raynal erfahren, dass es nicht nur Wein in „Magnumflaschen“ gibt.

PM

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