Ein Leben für die Fotografie – Neues Buch würdigt Eislinger Fotografen Ernst Mühlhäuser

Autor Paul Kottmann und das Stadtarchiv Eislingen fassen das fotografische Vermächtnis Ernst Mühlhäusers in einem neuen Bildband zusammen. Die Publikation macht historische Aufnahmen aus Eislingen erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Wer war Ernst Mühlhäuser, wo wirkte er, was macht ihn bis heute bedeutsam und warum lohnt sich ein Blick auf sein Werk? Eine neue Publikation widmet sich dem Leben und Schaffen des Eislinger Fotografen und bringt bislang weitgehend unbekannte Bildschätze ans Licht. Ernst Mühlhäuser wurde 1894 in Eislingen geboren und prägte über Jahrzehnte hinweg das fotografische Gedächtnis der Stadt. Nach einer Ausbildung zum Gürtler bei der WMF in Geislingen und seiner Teilnahme als Gründungsmitglied des FC Eislingen im Jahr 1914 führte ihn sein Weg über den Ersten Weltkrieg schließlich zur Fotografie – einem Beruf, den er sich autodidaktisch erschloss. Ab den 1920er Jahren arbeitete er zunächst im elterlichen Haus in der Wasenstraße, bevor er 1925 ein eigenes Atelier in der Rosenstraße errichtete.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Mühlhäuser zu einem der gefragtesten Fotografen Eislingens. Ob Kommunionen, Konfirmationen, Hochzeiten oder Vereinsfeiern – er hielt die wichtigen Momente des Lebens fest. Besonders prägend waren zudem seine Porträts und Stadtansichten, die durch ihre hohe technische Qualität und sorgfältige Bildkomposition hervorstechen. Auch für die örtlichen Vereine, insbesondere den FC Eislingen, war er ein wichtiger Chronist. Sein beruflicher Weg war jedoch auch von den politischen Umständen seiner Zeit geprägt: In den 1930er Jahren verlor er seine Tätigkeit als Betriebsfotograf, da er sich weigerte, der Partei beizutreten. Ein weiterer Kriegseinsatz folgte, den er glücklicherweise überlebte. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm er seine fotografische Arbeit erneut auf. Ernst Mühlhäuser verstarb 1962. Sein Wohnhaus und Atelier wurden ein Jahr später im Zuge einer Straßenerweiterung abgerissen. Die nun erschienene Publikation rückt insbesondere seine Fotografien aus dem Eislinger Stadtgebiet in den Mittelpunkt. Sie dokumentieren nicht nur das Stadtbild vergangener Jahrzehnte, sondern geben auch Einblicke in das Alltagsleben, die Mode und den Zeitgeist der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Damit sind sie von großem historischen Wert für Eislingens Stadtgeschichte. Der Anstoß für das Buch entstand aus der Beschäftigung des Autors und Grafikers Paul Kottmann mit den Beständen des Stadtarchivs, in denen Mühlhäusers Arbeiten durch ihre Qualität besonders hervorstechen. Maßgeblich unterstützt wurde das Projekt von Mühlhäusers Tochter Heidi Andresen, die umfangreiche Teile des Nachlasses zur Verfügung stellte. Erst durch diese Zusammenarbeit sowie die Unterstützung der Stadt konnte die Publikation realisiert werden.

Mit dem Buch werden die bislang im Archiv und in Privatbesitz schlummernden Fotografien erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gleichzeitig würdigt die Veröffentlichung das Werk eines Fotografen, der wie kaum ein anderer das visuelle Gedächtnis Eislingens geprägt hat. Das Buch ist ab sofort im Kultur- und Sportamt (2. OG, Zi. 2.05) und dem Bürgerbüro des Rathauses, sowie im Café Gromer und bei der Buchhandlung Blatt & Buch zum Preis von 15,00 Euro erhältlich.

Foto (Bildquelle: Stadt Eislingen): Oberbürgermeister Klaus Heininger unterstützte die Arbeit von Paul Kottmann zur Publikation des Buches „Ein Leben für die Fotografie“, in dem das Schaffen von Fotograf Ernst Mühlhäuser zusammengestellt ist

PM Stadtverwaltung Eislingen

 

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