Die Natur erwacht zum Leben. Und braucht dazu Ruhe. Die Jäger im Landkreis bitten im Namen von Hase und Reh um Rücksichtnahme.
Der Frühling lockt die Menschen nach draußen – zum Spazieren, Radfahren oder Gassigehen. Gleichzeitig beginnt für Wildtiere die sensibelste Zeit des Jahres: Von Frühjahr bis über den Sommer ist die Brut- und Setzzeit, in der Hasen, Wildschweine und viele andere Tiere ihren Nachwuchs zur Welt bringen und aufziehen. „Tierschutz beginnt schon mit einfachen Schritten: auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen und Jungtiere nicht anfassen“, weiß Sarah Schweizer. „Junghasen, Frischlinge und Kiebitzküken sind in ihren ersten Lebenswochen auf Tarnung und Ruhe angewiesen und dürfen auf keinen Fall angefasst werden“, fährt die Kreisjägermeisterin fort. Es sei ganz einfach, zum Schutz der heimischen Wildtiere beizutragen: „Bleiben Sie auf den Wegen, zu Fuß und mit dem Fahrrad und leinen Sie Ihre Hunde an“, bittet sie alle, die gerne in der Natur unterwegs sind. Bereits jetzt seien die ersten Jungtiere geboren. „Sie können nicht fliehen, sondern drücken sich „in kleine Mulden auf Äckern und Wiesen“ wie Hasen oder Rehkitze. Bei den Frischlingen der Wildschweine mahnt die erfahrene Jägerin zur Vorsicht. „Bachen verteidigen ihren Nachwuchs energisch!“
Auch die Kiebitze sind in ihre Brutgebiete zurückgekehrt. „Feuchtwiesen, weitläufig offene Gewässerränder und feuchte Ackerlandschaften sind rar geworden“. Gerade sie gelte es besonders zu schützen. „Bei seltenen Arten wie dem Kiebitz wiegt jeder einzelne Verlust besonders schwer.“
Sarah Schweizer betont: „Alle Überlebensstrategien im heimischen Tierreich funktionieren nur, wenn die Jungtiere ungestört bleiben.“ Für die Jungtiere bedeuten Begegnungen „Angst, Stress und im schlimmsten Fall schwere Verletzungen oder den Tod.“ Sie empfiehlt: „Wer trotz aller Rücksichtnahme ein Jungtier entdeckt, sollte sich leise zurückziehen.“
Foto (Klaus Lachenmaier): Der Osterhase hat Nachwuchs
PM KJV Göppingen