„Wir betreiben aktive Vorsorge statt nachträglicher Schadensbewältigung. Dieser Spatenstich ist ein entscheidender Schritt und ein wichtiger Meilenstein, um Göppingen besser vor extremen Wetterereignissen zu schützen“, so Baubürgermeisterin Eva Noller. Mit diesen Worten hat sie am Montagnachmittag an der Ecke Ulmer Straße und Maybachstraße den offiziellen Startschuss für den ersten Bauabschnitt des Großprojekts „Hochwasserschutz Heubach“ gegeben.
Das Hochwasserereignis vom 1. Juni 2013 hat deutlich gezeigt, wie verwundbar die städtische Infrastruktur ist. Der Heubach, der das Stadtgebiet von Süden durchfließt, stößt an mehreren Engstellen bereits bei einem zehnjährlichen Hochwasser an seine Belastungsgrenzen. Mit den nun begonnenen Arbeiten zielt die Stadt darauf ab, einen Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser zu gewährleisten.
Um dieses Ziel zu erreichen, wird im ersten Bauabschnitt das Gewässer unterhalb der Ulmer Straße auf einer Länge von rund 100 Metern rechtsseitig aufgeweitet. Ein zentrales Element der hydraulischen Verbesserung ist der Ausbau der bestehenden Radwegunterführung, die künftig als Hochwasser-Bypass fungieren wird. Die Arbeiten umfassen eine komplexe Kombination aus Erd-, Beton-, Leitungs- und Sicherungsarbeiten.
Das Projekt bringt besondere bautechnische Herausforderungen mit sich. Da die Maßnahmen in einem Wasserschutzgebiet erfolgen, gelten hohe Anforderungen an den Gewässer- und Grundwasserschutz. Zudem muss das Baufeld als Kampfmittelverdachtsfläche baubegleitend sondiert werden. Umfangreiche Umlegungen von Strom-, Wasser-, Gas- und Telekommunikationsleitungen erfolgen bei laufendem Verkehr. Dafür müssen entsprechende Umleitungen für den Rad- und Fußverkehr eingerichtet werden.
Bereits im Januar starteten die notwendigen Rodungsarbeiten, nun geht es im März südlich der Ulmer Straße weiter. Mit dem jetzigen Spatenstich beginnt die rund 16-monatige Hauptbauphase, deren Fertigstellung für Mai 2027 angesetzt ist. Die Baukosten für diesen Abschnitt belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro. Eine lohnende Investition, die dazu beitragen wird, die Hochwassersicherheit zu erhöhen und Wohn- und Gewerbeflächen sowie die kritische Infrastruktur zu schützen.
Das Projekt ist eine nachhaltige Investition in die Stadtentwicklung und ein Beitrag zur Klimaanpassung. Baubürgermeisterin Noller richtete daher in ihrer Rede abschließend ihren Dank an die Planungsbüros, Fachgutachter, Versorgungsträger sowie die beteiligten Bauunternehmen und städtischen Mitarbeiter. Ein besonderer Dank ging an die Anwohner für das Verständnis während der bevorstehenden Bauzeit. Der erste Bauabschnitt markiert dabei nur den Anfang: Er ist der Auftakt zur schrittweisen Umsetzung eines ganzheitlichen Hochwasserschutzkonzepts für kommende Generationen.
Foto (Stadt Göppingen): Spatenstich am Heubach für mehr Hochwasserschutz.
PM Stadtverwaltung Göppingen