Vorbeugung gegen die Afrikanische Schweinepest – Landratsamt Göppingen richtet weitere Verwahrstelle im Landkreis ein

Seit Jahren breitet sich die Afrikanische Schweinepest in Europa aus. Auch im Landkreis Göppingen muss jederzeit mit einem Ausbruch gerechnet werden. Eine wichtige Schutzmaßnahme ist die flächendeckende Einrichtung sogenannter Verwahrstellen zur unschädlichen Beseitigung von Wildschweinkadavern und –teilen.

Zur Optimierung der bereits vorhandenen Entsorgungsmöglichkeiten im Landkreis eröffnet das Landratsamt Göppingen am 9. März 2026 eine weitere Verwahrstelle in Mühlhausen im Täle.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine ausschließlich bei Schweinen vorkommende tödliche Viruserkrankung, die für Menschen völlig ungefährlich ist – auch beim Verzehr von Schweinefleisch. Die ASP breitet sich seit einigen Jahren vor allem von Ost- nach Westeuropa aus. Auch in Deutschland gab es in den letzten Jahren verschiedene Ausbrüche, insbesondere an der Grenze zu Polen, in Hessen, Rheinland-Pfalz, im Norden von Baden-Württemberg (Rhein-Neckar-Kreis, Stadt Mannheim) und in Nordrhein-
Westfalen. In Baden-Württemberg wurden die letzten ASP-Fälle Anfang Juli 2025 bei Wildschweinen im Rhein-Neckar-Kreis nachgewiesen.

Obwohl sich die Erkrankung in der Wildschweinpopulation nur sehr langsam ausbreitet, muss auch im Landkreis Göppingen jederzeit mit einem Ausbruch gerechnet werden. Die große Gefahr geht dabei primär von menschlichem Fehlverhalten aus, beispielsweise durch achtlos weggeworfene, erregerhaltige Lebensmittel (sogenannte „Wurstbrotseuche“). Dieses menschliche Fehlverhalten stellt den Hauptverbreitungsweg der ASP über größere Entfernungen in Europa dar. Ein Eintrag des ASP-Virus in die Wild- und / oder Hausschweinepopulation hätte umfangreiche staatliche Bekämpfungsmaßnahmen zur Folge und würde neben dem damit verbundenen Tierleid u. a. erhebliche wirtschaftliche Schäden für die landwirtschaftlichen Betriebe mit sich bringen.

Vor diesem Hintergrund steuert der Landkreis Göppingen u. a. im Rahmen eines 12-Punkte-Katalogs des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums seit Jahren vorbeugend dagegen. Ein zentraler Bestandteil der Vorbeugung ist die sachgerechte Entsorgung von Wildschweinabfällen, da infizierte Kadaver oder Wildschweinteile für Artgenossen hochgradig ansteckend sind.

Im Landkreis Göppingen sollen daher die bereits vorhandenen flächendeckenden Entsorgungsmöglichkeiten für Jägerinnen und Jäger weiter optimiert werden. Dies entspricht auch einer Empfehlung des beim Landratsamt eingerichteten Jagdbeirats. Neben der etablierten Tierkörperbeseitigung in Süßen wurde im Jahr 2023 eine sogenannte Verwahrstelle in Uhingen eingerichtet. Eine weitere Verwahrstelle folgte 2024 in Geislingen. Diese vom Land Baden-Württemberg und vom Landkreis Göppingen finanzierten Einrichtungen werden von der örtlichen Jägerschaft bereits rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche rege genutzt.

Am Montag, 09.03.2026, 14:30 Uhr, wird eine weitere Verwahrstelle eingeweiht, für welche die Gemeinden Mühlhausen i. T. und Gruibingen ein Grundstück bei der ehemaligen Kläranlage in Mühlhausen zur Verfügung gestellt haben. Stellvertretend für die ehrenamtlichen Betreiber der Verwahrstelle aus der Jägerschaft werden durch den Ersten Landesbeamten, Jochen Heinz, der Kreisjägermeisterin Sarah Schweizer MdL dann die Schlüssel übergeben.

PM Landratsamt Göppingen Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz

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