Mehr Natur vor Ort: NABU gibt Starthilfe für naturnahe Gemeinschaftsflächen

Vereine, Kirchen, Schulen und soziale Einrichtungen erhalten Unterstützung, um Grünflächen vielfältig und artenreich zu gestalten

Mehr Wildpflanzen und Naturerlebnisorte im ganzen Land

„In den kommenden fünf Jahren unterstützen wir insgesamt 100 Organisationen“, sagt Aniela Arnold, Leiterin des Projekts Mensch.Natur. „So können vor Ort Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstehen – und gleichzeitig kann die Begeisterung fürs naturnahe Gärtnern wachsen.“ In Gärten und auf anderen Grünflächen innerhalb von Städten und Dörfern steckt viel Potenzial für die biologische Vielfalt. Auch kleine Flächen oder Fassaden können Nahrung und Rückzugsorte für Tiere bieten. „Viele Insekten sind auf heimische Wildpflanzen spezialisiert. Auf grünem Rasen oder an exotischen Zierpflanzen werden sie nicht satt. Gibt es weniger Insekten, finden wiederum Vögel, Fledermäuse und Igel weniger Nahrung,“ erklärt Gartenexpertin Arnold.

Umweltministerin Thekla Walker sagt: „Naturnahe Grünflächen sind so wichtig, weil sie wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen bieten. Indem wir uns für mehr Artenvielfalt einsetzen, stabilisieren wir die Ökosysteme und damit unsere Lebensgrundlage. Gerade mit Blick auf den Klimawandel sind solche Grünflächen von großer Bedeutung, sie verbessern die Luftqualität und regulieren den Wasserhaushalt. Mit den Gemeinschaftsgrün-Aktionen lässt sich Natur zudem gemeinschaftlich ganz unmittelbar erleben. Daher die Einladung an alle Vereine und Einrichtung: Bewerben Sie sich für das Projekt!“

Die Erkenntnisse und Methoden aus der Gemeinschaftsgrün-Aktion und anderen Projektmaßnahmen bleiben nicht auf den Südwesten beschränkt. Mit digitalen Veranstaltungen und anderen Formaten bringt das Projekt Mensch.Natur vorbildliche Ansätze in die Fläche und trägt so bundesweit zur Stärkung der biologischen Vielfalt im Siedlungsraum bei.

Vorteile von naturnahem Gemeinschaftsgrün

Naturnahes Gärtnern schafft Räume, in denen die natürliche Vielfalt sich entfalten kann und Nahrungsketten intakt sind. Brennnesseln etwa sind wichtig für Schmetterlingsraupen, wie die des Tagpfauenauges. Die Raupen werden wiederum von Meisen, Spatzen und anderen Vögeln gefressen. Zudem stellen die immer heißeren und trockeneren Sommer für Gärten und konventionell gepflegte Flächen eine Herausforderung dar. Heimische Wildpflanzen kommen besser mit diesen Bedingungen zurecht und müssen weniger gegossen werden. Wer naturnah gärtnert hat langfristig also weniger Arbeit. Kurzfristig bietet die Aktion aber Gelegenheiten für gemeinsames Anpacken: So können schon die Jüngsten Blumenzwiebeln setzen, die auf vielen naturnahen Flächen zum Einsatz kommen. Und mit vielen starken Händen, die zusammenarbeiten, lassen sich Lebensraumstrukturen aus Holzstämmen und Steinen leichter aufbauen.

Jetzt bewerben: Darauf kommt es an

Bis Ende November können sich Organisationen und Einrichtungen bewerben – von Sport- oder Musikvereinen über Kirchengemeinden, Pflegeeinrichtungen und Mehrgenerationenhäusern bis hin zu Kitas, Schulen und Volkshochschulen. Voraussetzung ist, dass sie ihren Sitz in Baden-Württemberg haben beziehungsweise Flächen in Baden-Württemberg zur Umgestaltung vorschlagen. Die Flächen müssen innerorts im Siedlungsraum liegen und sind idealerweise öffentlich zugänglich. Auch Fassaden, die begrünt werden können, kommen infrage. Ziel des Gemeinschaftsgrüns ist, dass neben der biologischen Vielfalt möglichst viele Menschen davon profitieren.

Hintergrund:

  • „Gemeinschaftsgrün – Starthilfe für blühende Lebensräume“ ist Teil des Projekts Mensch.Natur – natürlich.zusammen.leben. des NABU Baden-Württemberg. Ziel des Projektes ist es, die biologische Vielfalt im Siedlungsraum zu erhalten und zu stärken – in Gärten und Kirchengemeinden, auf öffentlichen Grünflächen und an Gebäuden. Mensch.Natur läuft von November 2025 bis Oktober 2031 und wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch das Umweltministerium Baden-Württemberg.

 

Foto von Aniela Arnold

PM NABU Baden-Württemberg

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