Nachwuchs bei den afrikanischen Huftieren in der Wilhelma – Fohlen bei hoch bedrohten Somali-Wildeseln geboren

Mit ihren langen Ohren, den auffällig schwarz-weiß gestreiften Beinen und noch etwas vorsichtigen Schritten ist die jüngste Bewohnerin der Somali-Wildesel-Anlage in der Wilhelma ein neuer Publikumsliebling: Am 19. September 2026 ist im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart ein weibliches Fohlen zur Welt gekommen, das mittlerweile den Namen „Shakira“ erhalten hat.

Daniel Wenning, Leiter des Reviers für Afrikanische Huftiere in der Wilhelma, erklärt: „Unsere Stute Sina hat ihr Fohlen im Beisein ihrer Artgenossinnen auf der Außenanlage zur Welt gebracht. Die Geburt verlief problemlos und die Kleine stand schon bald auf ihren Beinen. Zunächst haben wir Mutter und Jungtier für einige Tage einen geschützten Bereich hinter den Kulissen zur Verfügung gestellt. Dort konnten sie ungestört eine enge Mutter-Kind-Bindung aufbauen. Inzwischen sind beide wieder bei der Gruppe.“

Neben der 17 Jahre alten Stute Sina und ihrem Fohlen Shakira sind in der Wilhelma die 30 Jahre alte Shebili, die 24 Jahre alte Sarina und die neun Jahre alte Afia zuhause. Vater des Fohlens ist der sieben Jahre alte Hengst Norbert. Er verbringt einen Großteil des Jahres auf dem Tennhof, der nicht öffentlichen Außenstelle der Wilhelma. Diese räumliche Trennung entspricht der Sozialstruktur der Wildesel in ihrem natürlichen Lebensraum. Kuratorin Dr. Ulrike Rademacher erläutert: „Somali-Wildesel bilden keine dauerhaft geschlossenen Herden. Weibchen können sich mit ihren Jungtieren zu kleinen Gruppen zusammenschließen, wobei die engste und stabilste soziale Bindung zwischen Mutter und Nachwuchs besteht. Erwachsene Hengste leben dagegen überwiegend einzelgängerisch, besetzen zum Teil eigene Territorien und suchen den Kontakt zu den Weibchen vor allem zur Fortpflanzung.“

Der in der Natur nur noch in Teilen Äthiopiens und Eritreas vorkommende Somali-Wildesel (Equus africanus somaliensis) ist eine Unterart des Afrikanischen Wildesels (Equus africanus) – dem Vorfahren des Hausesels – und gehört zu den seltensten Pferdeartigen der Erde. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Wildbestand des Somali-Wildesels als „Critically Endangered“, also hochgradig vom Aussterben bedroht ein. Als wesentliche Bedrohungen nennt die IUCN neben der Wilderei vor allem die Konkurrenz mit dem Menschen und ihren Nutztieren um Nahrung und Wasser, was durch den Klimawandel weiter verschärft wird.

Umso wichtiger ist neben dem Schutz der letzten Bestände in der Natur eine genetisch und demografisch stabile Population in menschlicher Obhut. Der europäische Zooverband EAZA koordiniert daher die Haltung des Somali-Wildesels im Rahmen eines EAZA Ex situ Programme (EEP). Die Wilhelma beteiligt sich bereits seit 1980 an der koordinierten Erhaltungszucht des Somali-Wildesels. Jede erfolgreiche Nachzucht trägt damit dazu bei, eines der seltensten Huftiere der Welt auch außerhalb seines natürlichen Lebensraums langfristig zu erhalten.

Foto (Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann): Das Fohlen wird von seiner Mutter eng behütet.

PM Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart

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