Deutschlands Autofahrende zahlen an der Tankstelle ein knappes Drittel aller europäischen Übergewinne

Mineralölkonzerne haben in der EU in den ersten drei Wochen des Kriegs gegen den Iran Übergewinne von 81 Millionen Euro pro Tag eingefahren. Ein knappes Drittel davon zahlten Autofahrende in Deutschland mit 23,8 Mio. – mit weitem Abstand der höchste Betrag im EU-Vergleich, zeigt eine neue Berechnung des Ölmarktexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace. (https://act.gp/3OcLaIy) Vor allem mit dem weit über dem EU-Schnitt liegenden Margenaufschlag bei Diesel steigerten die Konzerne in Deutschland ihre Gewinne.

“Millionen Menschen kämpfen mit steigenden Energiepreisen und die Bundesregierung schaut zu, wie Mineralölkonzerne sich die Taschen voll machen – das muss sofort aufhören”, sagt Greenpeace-Sprecher Matthias Lambrecht. “Wir brauchen eine Steuer auf solche unverschämten Übergewinne. Mit diesem Geld sollten Haushalte mit niedrigerem Einkommen entlastet und die Abhängigkeit von Öl und Gas verringert werden. Jede Wärmepumpe, jedes Solarpanel macht uns weniger erpressbar – von gierigen Konzernen und fragwürdigen Lieferanten.”

Deutschland unter den fünf EU-Ländern mit den höchsten Gewinnaufschlägen

Die Berechnung vergleicht, wie sich die Gewinnspannen für Diesel und Benzin seit Kriegsbeginn in den 27 EU-Staaten verändert haben. Die deutlichsten Aufschläge zeigen sich bei den Preisen für Diesel und hier besonders in Ländern mit hoher Kaufkraft und geringer Preissensibilität. Die Länder mit den stärksten Margensteigerungen sind die Niederlande (+25,6 Cent), Schweden (+23,6), Dänemark (+23) und Österreich (+22,9). Deutschland rangiert mit einem Gewinnaufschlag von 22,5 Cent auf Rang 5 innerhalb der EU. Bei Benzin war der Übergewinn der Konzerne in Deutschland am höchsten. Die Marge kletterte hier im März um 6,2 Cent.

In kleineren Ländern mit weniger Kaufkraft wie der Slowakei, Ungarn oder Irland sind die Margen seit Kriegsbeginn im gleichen Zeitraum hingegen deutlich geschrumpft. “In den großen, wohlhabenden Ländern nutzen die Konzerne ihre Marktmacht schamlos aus”, sagt Lambrecht. “Verantwortungsvolle Politik stoppt dieses Abkassieren. Die Bundesregierung sollte jetzt den Ausstieg aus Öl und Gas konsequent beschleunigen. Statt das Verbrenner-Aus weiter aufzuschieben und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche den Ausbau der Erneuerbaren abwürgen zu lassen, muss die Bundesregierung die Menschen jetzt möglichst schnell aus der fossilen Falle befreien.”

PM Greenpeace Deutschland e.V.

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