„Baden-Württemberg hat gewählt. Der NABU gratuliert Spitzenkandidat Cem Özdemir und den Grünen zum Wahlsieg. Auch wenn die doppelte Naturkrise aus Klimawandel und Artenverlust nicht im Mittelpunkt des Wahlkampfes stand – die gravierenden Probleme lösen sich nicht von selbst.
So wie eine schwächelnde Wirtschaft Planungssicherheit braucht, gelingt der Schutz von Natur und Klima nur durch eine aktive Politik. Abstriche beim Umwelt- und Naturschutz zugunsten des Wirtschaftswachstums lehnt laut einer repräsentativen Umfrage eine klare Mehrheit der Befragten (64 Prozent) in Baden-Württemberg ab. Der gestrige Wahlkrimi hat gezeigt: Viele Menschen in Baden-Württemberg wünschen sich eine Politik, die Wirtschaft, Klima- und Naturschutz nicht gegeneinander ausspielt, sondern zusammendenkt.
Die sich neuformierende Landesregierung tut gut daran, dieses Signal ernst zu nehmen und den Naturschutz in Baden-Württemberg finanziell und inhaltlich weiter zu stärken. Die Ziele des Biodiversitätsstärkungsgesetzes gilt es weiterhin konsequent umzusetzen – wie es Grüne, CDU und SPD im Wahl-Check der Umweltverbände zugesagt haben“, sagt Enssle. Zentrale Ziele sind 40 Prozent Ökolandbau, die Halbierung des Pestizideinsatzes, ein Biotopverbund auf 15 Prozent der Landesfläche und Rückzugsräume für Insekten und Vögel auf zehn Prozent der Ackerflächen.
Für den NABU ist klar: Der Schutz der Biodiversität gelingt nur, wenn der Klimawandel gebremst wird. „Beim Klimaschutz darf die neue Regierung daher trotz des Gegenwinds aus Berlin nicht nachlassen – im Gegenteil: Sie muss deutlich ambitionierter werden, um die fatalen Rückschritte von CDU und SPD beim Klimaschutz auf Bundesebene zu kompensieren“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle.
PM NABU Baden-Württemberg