Neue forsa-Umfrage im Auftrag von NABU und BUND / 64 Prozent gegen Naturschutz-Einschnitte zugunsten des Wirtschaftswachstums
Wie wichtig ist den Menschen in Baden-Württemberg der Natur- und Umweltschutz? Knapp einen Monat vor der Landtagswahl zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage: Für die deutliche Mehrheit (56 Prozent) der Bürgerinnen und Bürger spielen Fragen des Natur- und Umweltschutzes eine große bis sehr große Rolle für ihre Wahlentscheidung; nur für 14 Prozent spielen sie keine Rolle.
Noch eindeutiger fällt die Antwort aus, wenn es um Einschränkungen beim Umwelt- und Naturschutz zugunsten des Wirtschaftswachstums geht: Solche Einschnitte lehnt eine klare Mehrheit (64 Prozent) ab. Jüngere Menschen sowie Einwohner*innen von Großstädten sprechen sich dabei noch stärker gegen Einschränkungen von Umwelt- und Naturschutz aus. Der Blick auf die Parteienpräferenz zeigt: Für Anhänger*innen von SPD, der Linken und den Grünen kommt ein solcher Schritt gar nicht in Frage (fast 80 Prozent). Auch wer am 8. März die CDU wählen möchte, ist klar gegen Einschnitte bei Natur- und Umweltschutz (57 Prozent). Lediglich bei den Anhänger*innen der AfD gibt es eine hauchdünne Mehrheit (51 Prozent) für Einschnitte im Umwelt- und Naturschutz zugunsten des Wirtschaftswachstums.
Klarer Handlungsauftrag für die Parteien im Wahlkampf
Für die Verbände NABU und BUND zeigen die Zahlen eindeutig: Die Menschen in Baden-Württemberg wollen mehr und nicht weniger Natur- und Umweltschutz, auch in Krisenzeiten. Sie wollen eine Landesregierung, die ihre Lebensgrundlagen und die Artenvielfalt besser schützt. Das zeigt auch die rege Teilnahme an der offiziellen Landtags-Petition gegen den erleichterten Abschuss von Bibern im Südwesten mit mehr als 4.600 Unterschriften in nur einer Woche (www.bund-bawue.de/biberpetition).
„Natur- und Umweltschutz ist für die große Mehrheit der Wählerinnen und Wähler ein Herzensthema. Sie entscheiden am 8. März auch darüber, wer sich künftig intensiv dafür einsetzt, dass Flüsse renaturiert, Streuobstwiesen geschützt und bedrohte Arten vor dem Aussterben bewahrt werden. Sie wollen, dass Natur erhalten und wiederhergestellt wird und fordern die Politik dazu auf, Wirtschaft und Umwelt nicht gegeneinander auszuspielen, sondern zusammenzubringen“, betont der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle.
Die BUND-Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch ergänzt: „Einige Parteien haben es trotz der massiven Arten- und Klimakrise und trotz der Erwartungen der Bevölkerung bisher grob versäumt, sich um Fragen des Natur- und Umweltschutzes zu kümmern. Stattdessen hat das Thema Wirtschaft den Wahlkampf dominiert. Die meisten Menschen wissen aber, dass ihnen Wirtschaftswachstum ohne den Erhalt der Lebensgrundlagen keinen Vorteil bringt. Deshalb erwarten die Wähler*innen und wir zu Recht, dass der Schutz von Natur, Klima und Umwelt eine größere Rolle spielt– jetzt im Wahlkampf und bei Koalitionsverhandlungen danach.“
Infos zur Umfrage 2026:
- Datenbasis: 1.010 Befragte ab 18 Jahren in Baden-Württemberg
- Erhebungszeitraum: 15.1. bis 5.2.2026
- Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag von NABU und BUND BW
- statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte
- Umfrage-Ergebnisse im Detail: www.NABU-BW.de/ltw_forsa
Daten im Zehn-Jahres-Vergleich:
Im Vorfeld der Landtagswahl 2016 hatte forsa im Auftrag des NABU BW ebenfalls rund 1.000 Bürger*innen befragt. Damals spielte für 58 Prozent der Natur- und Umweltschutz eine große oder sogar sehr große Rolle bei der Wahlentscheidung (jetzt 56 Prozent).
Weitere Infos zur Landtagswahl – die Parteien im Wahl-Check sowie zehn Kernforderungen von NABU und BUND:
Terminhinweis – Virtuelles naturschutzpolitisches Frühstück zur Landtagswahl:
Sonntag, 1.3.2026, 11.00–12.30 Uhr, via Zoom, Anmeldung.
PM NABU (Naturschutzbund Deutschland), Landesverband Baden-Württemberg e. V.