Koala-Weibchen Scarborough verstorben – Trauriger Verlust im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart

In der Australienwelt Terra Australis der Wilhelma ist es zu einem weiteren Todesfall bei den Koalas gekommen: Das fast sieben Jahre alte Weibchen Scarborough musste am 29. Januar 2026 aufgrund ihres sich stark verschlechternden Gesundheitszustands eingeschläfert werden.

Wie der leitende Tierarzt der Wilhelma, Dr. Tobias Knauf-Witzens, erläutert, bestätigte der pathologische Befund eine schwere Anämie (Blutarmut) als unmittelbare Todesursache.

„Leider konnte trotz umfangreicher Untersuchungen keine eindeutige Ursache für diese Anämie festgestellt werden“, so Knauf-Witzens. Zusätzlich wurde bei Scarborough das Bakterium Bordetella bronchiseptica in Lunge, Leber und Niere nachgewiesen.

In den vergangenen Monaten hatte die Wilhelma bereits den Verlust der beiden jungen Koalas Jimbelung und Borobi zu beklagen, die im Juni 2024 geboren wurden. In diesen beiden Fällen waren Bordetellen die eindeutige Ursache schwerer Lungenentzündungen, an denen die Jungtiere verstarben. Auch bei Scarborough war der Erreger seit Herbst 2025 nachweisbar. Anders als bei den beiden Jungtieren entwickelte sie jedoch keine Lungenerkrankung. Ob ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Bordetellen und der bei ihr festgestellten Anämie besteht, kann weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.

„Aufgrund unserer Erfahrungen haben wir uns entschlossen, unsere Koalas regelmäßig gegen Bordetellen zu impfen“, erklärt Dr. Knauf-Witzens. „Bislang gab es dafür keine offizielle Empfehlung, da solche Erkrankungen bei in Europa gehaltenen Koalas in dieser Form bislang nicht bekannt waren.“

Volker Grün, für die Terra Australis zuständiger Kurator und Co-Zuchtbuchkoordinator des Europäischen Ex-Situ Programms (EEP) zeigt sich tief betroffen: „Der Tod von Scarborough trifft uns sehr. Wir stehen in intensivem Austausch mit Expertinnen und Experten in Australien sowie anderen europäischen Zoos, die Koalas halten.“

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin erklärt: „Die Koala-Bestände sind in Teilen Australiens in den letzten beiden Jahrzehnten um die Hälfte geschrumpft. Und der Trend geht leider weiter abwärts. Den Reservepopulationen in Zoos in Australien und aller Welt kommt daher eine immer größer werdende Bedeutung zu. Uns schmerzt der Tod der Koalas sehr, auch weil alles Menschenmögliche getan wurde, leider vergeblich. Dennoch sind wir weiterhin davon überzeugt, dass die Koala-Zucht mittel- bis langfristig das Überleben dieser faszinierenden Tiere sichern kann und wollen dazu unseren Beitrag leisten“.

Foto (© Wilhelma Stuttgart / Lisa-Marie Grimmer): Koala-Weibchen Scarborough lebte seit 2023 in der Wilhelma.

PM Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart

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