Sonntagsgedanken zum Reformationstag: Hallo Kürbisköpfe! Wovor habt ihr Angst?

Jetzt sieht man sie wieder überall – die Kürbisköpfe mit Grinsegesicht.

Und in der Nacht vor Allerheiligen sind die kleinen Hexen, Gespenster und Totenkopfgerippe wieder unterwegs und fordern Süßigkeiten ein.

Wissen die Gruselgestalten eigentlich, was sie da tun? Dass sie einen kleinen Abwehrzauber veranstalten gegen das Grauen aus dem Abgrund? Lieber andere erschrecken, als sich selbst fürchten müssen.

Wobei mir Vampire und Kürbisköpfe weit weniger Furcht einflößen, als die Gespenster, die gerade mit Macht den Grüften deutscher Vergangenheit entsteigen.

Doch als Abwehrzauber in ihr Gewand zu schlüpfen, das ist mir dann doch zu gruslig.

Stattdessen besinne ich mich drauf, was am 31.10. auch noch ist: Reformationstag – eine Erinnerung an Martin Luthers Sätze gegen den Ablasshandel. Keine Angst mehr vor dem Fegefeuer und den Gestalten der Hölle!

Martin Luther hat eine alte Erkenntnis des Apostel Paulus wiederbelebt, mit der wir Werbetafeln tapezieren sollten und die Sozialen Medien damit fluten: Gottes Wohlwollen, Gottes Gnade und Liebe gilt allen und ist umsonst. Gott unterscheidet nicht nach Herkunft, Nation oder Kultur. Gott sortiert nicht aus nach Fitness, Leistungsfähigkeit, oder Geschlecht. Weil alles, worauf wir uns was einbilden, oder worauf wir meinen stolz sein zu können, vor Gott völlig unbedeutend ist im Vergleich zu dem, was Gott uns gibt:

-Die Erde als Ort sie gemeinschaftlich zu bewohnen.

-Unser Leben, das für jeden und jede gleich kostbar ist.

– Jesus, der sich für uns zum Opfer hat machen lassen und in den Abgrund von Hass, Verrat, Leid und Tod hinuntergestiegen ist, damit wir endlich damit aufhören, einander das Leben zur Hölle zu machen, sondern aufstehen zum Leben im Sinne Gottes.

Ich würde mir gerne einen Hexenhut aufsetzen und die Welt friedlich zaubern und Kürbissuppe kochen für alle. .
In den Schuhen von Jesus laufen ist da schon schwieriger.

Aber diesen Sonntag ist ja Allerheiligen.

Hurra, die Toten leben noch!

Als Verbündete und Mutmacherinnen gegen Judenhass, Ausgrenzung und Gewalt, als Vorbild für Mitgefühl und Barmherzigkeit.

Hallo, Elisabeth von Thüringen, Katharina von Staritz, und all ihr Heiligen!

Kommt und helft uns, den Gespenstern der Vergangenheit Saures zu geben!

 

Pfarrerin Martina Rupp

Ev. Pfarramt Eschenbach

 

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