Am 24. März 1976 begann die blutige Militärdiktatur in Argentinien. Das bereits im Land herrschende Chaos konnte aber auch die Chunta nicht beenden und stattdessen gab es zu Missständen noch bürgerkriegsartige Zustände, da sich linksgerichtete Guerillas nicht den rechten Generälen unterwerfen wollten.Wirkliche Stabilität herrschte während der gesamten autokraten Herrschaft nicht und auch die wirtschaftlichen Probleme verschärften sich. Da die Regierung nie Rückhalt in der Bevölkerung fand, wurden sogar noch die Falklandinseln angegriffen, was zum Glück im Desaster endete und die Demokratisierung 1983 einläutete. Viele Menschen in Argentinien können sich noch gut an diese grausame Zeit erinnern und darum verstehe ich nicht, wie 41% Javier Milei und Schergen wählen können. Populisten führen ihre Länder in den Abgrund und Extremisten werden dann als Retter gesehen, die aber alles noch verschlimmern.An dieser Stelle möchte ich die Nationalhymne Argentiniens spielen:Speziell auf eine Passage möchte ich eingehen:„Y los libres del mundo responden:¡Al Gran Pueblo Argentino Salud!“ Frei übersetzt heißt das: Und die Freien der Welt antworten dem großen argentinischen Volk „Glück auf!“. Ich hoffe, das große argentinische Volk ist auch diesmal in der Lage, sich mit demokratischen Mitteln aus den Fängen von Javier Milei und Schergen zu befreien, bevor es zu spät ist.Dann verstarb am 20. März meine Tante Sabine Braun nach langem Krebsleiden:Obwohl ich weiß, dass der Tod eine Erlösung war, bin ich natürlich traurig. Als Kind und Jugendlicher hatte ich zu ihr ein eher distanziertes Verhältnis. Aber sie hat sich im Laufe der Zeit stark zum Positiven gewandelt, so dass ich als Erwachsener einen guten Draht zu ihr hatte. Als ich 2011/2012 von der sächsischen Justiz verfolgt wurde, hat sie mir viel moralische Unterstützung geleistet, was ich ihr sehr hoch angerechnet habe. Auch als Student hat sie mich finanziell unterstützt. Da sie mit ihrer Zwillingsschwester zusammen ein Hotel geführt hat, war ihre Zeit leider stets begrenzt, so dass ihre Neffen und ihre Nichte nicht ständig Zeit mit ihr verbringen konnten. Als sich die Rente abzeichnete, wurde sie krank. Zwar konnte sie durch gute Behandlung die Symptome immer wieder lindern, aber zum Schluss siegte doch die Krankheit über das Leben. Wir werden sie mit allen Ecken und Kanten in guter Erinnerung behalten.Dann gab es noch diverse Wahlen. Auf die Stichwahlen in Bayern gehe ich nicht ein, da alles in den Medien berichtet wurde. Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz bot jedoch ein paar Überraschungen:Verwundert bin ich, dass die CDU diesmal doch stärkste Kraft wurde, da die letzten Male die SPD wenige Wochen vor der Wahl noch auf Platz 1 vorgerückt ist. Ich vermute, dass auch bei dieser Wahl 3-4% CDU statt AfD gewählt haben, da sie verhindern wollten, dass eine linke Partei stärkste Kraft wird. Weitere 3-4% waren von der FDP so frustriert, dass sie lieber die CDU wählten. Ohne diese Stimmen hätte auch die Union verloren und die AfD wäre stärkste Kraft geworden. Die Grünen raffen leider immer noch nicht, dass man alte weiße Männer als Spitzenkandidaten aufstellen muss – siehe Cem Özdemir in Baden-Württemberg. Würden sie das tun, würden sich ihre Ergebnisse vermutlich verdoppeln und sie würden massiv Stimmen von CDU und SPD abwerben. Die FDP ist endgültig tot und das BSW wird im Westen keinen Fuß fassen – beides ist gut so! Problematisch ist auch diesmal, dass es wie in Baden-Württemberg nur eine kleine demokratische Opposition geben wird, da die beiden größten Parteien gezwungen sind, eine Regierung zu bilden.Überhaupt nicht berichtet wurde über die Parlamentswahl in Slowenien:Auch dort haben rechte Parteien stark zugelegt (SDS, R, SNS), was mir große Sorgen macht. Slowenien ist seit Jahren ein prosperierendes Land, das einen hohen Wohlstand hat. Zwar sind die Lebensmittelpreise sehr hoch, dafür ist vieles andere günstiger und es herrscht fast Vollbeschäftigung. Ich hoffe nur, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt.Hoffnung macht lediglich Dänemark:Der Grund, warum sich Rechte am Skagerak nicht durchsetzen, ist der gute Sozialstaat und die vergleichsweise hohe soziale Gerechtigkeit. Sicher trägt auch die strengere Flüchtlingspolitik ihren Teil dazu bei. Aber in Dänemark werden Flüchtlinge schneller integriert und in Arbeit gebracht, was nicht nur den Menschen, sondern auch der Wirtschaft gut tut. Deutschland sollte sich in vielerlei Hinsicht ein Beispiel an seinem nördlichen Nachbar nehmen. Sonst werden massenweise Leute von uns dorthin auswandern, was unseren Niedergang beschleunigen wird. Wäre ich nicht so wenig begabt in Fremdsprachen, ich wäre vielleicht auch schon dort.Marcel Kunz
Das politische Wort zum Sonntag: über 50 Jahre Militärputsch in Argentinien, Wahlanalysen und einem Nachruf
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