Alljährlich am letzten März-Wochenende wechseln Deutschland, alle EU-Staaten und die meisten europäischen Nachbarstaaten zur mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ). Das bedeutet: In der Nacht vom 28. auf den 29. März 2026 werden die Uhren wieder von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Die Nacht zum Sonntag ist dadurch 60 Minuten kürzer als üblich. Abends bleibt es dann länger hell, morgens zunächst etwas länger dunkel.
Zeitumstellung ist umstritten
Es gibt Menschen, da sorgt die Zeitumstellung für Schlafprobleme. Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit vom Herbst 2025 gab knapp ein Drittel aller Befragten an, nach der Zeitumstellung schon einmal Beschwerden verspürt zu haben. Zu den häufigsten Problemen zählen Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Gereiztheit und depressive Verstimmungen. Bei Frauen traten deutlich häufiger Beschwerden auf als bei Männern. Auch das Alter spielt eine Rolle. Ältere Menschen haben demnach mit der Umstellung mehr Probleme als jüngere. Das alles gilt vor allem, wenn man an „Aufstehzeiten“ gebunden ist. Hat man die Möglichkeit, nach seinem inneren Rhythmus aufzustehen, hat man weniger bis gar keine Probleme. Man kann seinen Körper auch schleichend an die Sommerzeit gewöhnen.
Seit ihrer Einführung wird über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung diskutiert. Die Europäische Union plant bereits seit 2018 die Abschaffung der Sommerzeit, das Europäische Parlament stimmte 2019 dafür, doch seitdem liegen die Pläne auf Eis. Damit es in der EU keine wechselnden Zeitzonen von Land zu Land gibt, sollen sich die Mitgliedsstaaten abstimmen, ob künftig dauerhaft die Sommerzeit gilt oder die bisherige Normalzeit, die mitteleuropäische Zeit. Doch eine Einigung ist nicht in Sicht.
Gesundheitlich wäre die Europäische Normalzeit (Winterzeit) von Vorteil
Umfragen zufolge wünscht sich eine Mehrheit in Deutschland eine dauerhafte Sommerzeit. Die meisten Wissenschaftler, vor allem Schlafmediziner, befürworten dagegen eine ganzjährige Normalzeit. Für sie spricht gegen eine dauerhafte Sommerzeit, dass es im Winter morgens zu lange dunkel wäre.
Zurück zur Normalzeit am 25. Oktober
Die Zeitumstellung erfolgt immer am letzten Sonntag der Monate März und Oktober. 2026 endet die Sommerzeit am 25. Oktober.
Geschichte der Sommerzeit
Erste Versuche, an der Zeit zu drehen, gab es bereits vor mehr als 100 Jahren: 1916, während des Ersten Weltkrieges, führte das Deutsche Reich als erstes Land weltweit eine Sommerzeit ein. Mit dem Ende des Krieges 1918 war das Projekt beendet.
Bis 1979 galt auch im Sommer die Normalzeit. Seit 1980 werden die Uhren im Frühjahr von der mitteleuropäischen Zeit auf Sommerzeit umgestellt. Sie wurde ursprünglich eingeführt, um Energie zu sparen, da es abends dann länger hell bleibt. Laut Umweltbundesamt hat sich diese Erwartung allerdings nicht erfüllt: Zwar schalten die Menschen abends seltener das Licht an, dafür heizen sie aber im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr. Das gleiche sich in der Summe aus.