Außerplanmäßiges politisches Wort am Donnerstag über eine Kindstötung an der Berliner Mauer und Ereignisse heute

Zufällig las ich, dass am 14. März 1966 zwei Jungen im Alter von 10 und 13 Jahren an der Berliner Mauer erschossen wurden, nachdem sie versuchten, in den Westen zu fliehen. Dieses heftige Beispiel zeigt, was für ein Schurkenstaat die DDR war und dass er nicht einmal vor Kindern Halt machte (selbst zum Ende des Dritten Reichs wurden minderjährige Fahnenflüchtige in der Regel nicht exekutiert). Leider gibt es immer mehr Menschen, die die DDR verklären und die sie am liebsten wiederhaben wollen. Meine Großeltern sind nicht ohne Grund 1953 in den Westen geflohen und ich werde daher stets alles in meiner Macht tun, um eine Verklärung der Geschichte zu verhindern.
Dann wird immer noch kontrovers über Manuel Hagels Fauxpas von vor 8 Jahren diskutiert, wo er sich abfällig über jugendliche Mädchen geäußert hat. Ich bleibe dabei, dass sein Verhalten damals nicht in Ordnung war, es aber auch falsch war, diesen Vorfall einfach so zu thematisieren, weil er zu lange her war. Da sich Hagel aber in regelmäßigen Abständen Fehltritte erlaubt hat, hätte man seinen Vorfall von damals im Kontext mit späteren Vorkommnissen aufnehmen sollen. So hätten alle gesehen, was Hagel für ein Mensch ist und er hätte sich nicht in die Opferrolle flüchten können. Ich habe bestimmt vor 8 Jahren auch Fehler gemacht, die ich mittlerweile bereue und ich würde mich sehr ärgern, wenn diese heute thematisiert würden, obwohl ich mich seitdem gebessert habe.
Bei den Kommunalwahlen in Hessen gab es eigentlich keine wirklichen Überraschungen. Lediglich die Tatsache, dass die CDU leicht zugelegt hat, überrascht mich ein bisschen. In Bayern und Hessen ist die Union bei Kommunalwahlen mittlerweile fast gleichauf, was auch eher ungewöhnlich ist. Der noch stärkere Zuwachs der AfD als in Bayern macht mir natürlich auch große Sorgen und ich befürchte, dass sie auf über 25% gekommen wäre, wenn sie flächendeckend angetreten wäre.
Dann hatte ich in letzter Zeit zwei Gespräche über das Leben „Leben in der Blase“. Dabei ging es um das reale Leben und die virtuelle Welt. Ich bin zum Entschluss gekommen, dass ein Leben in der Blase in gewissem Umfang unter Umständen richtig sein kann, es aber auch auf die Blase ankommt, in der man sich bewegt. Ich blockiere z. B. auf Facebook rechte Hetzer und andere Demagogen, weil ich mir deren Stuss einfach nicht anhören will, folge aber auch bewusst Akteuren anderen politischer Couleur, um mir deren Meinung anzuhören. Auch im Privatleben meide ich Kreise, die mir nicht gut tun, weil ich einfach keine Lust habe, mich von ihnen runterziehen zu lassen. Ich bin in gewissem Umfang leider trotzdem gezwungen, mich bescheuerten Leuten auszusetzen, so dass ich so aus meiner Blase komme. Natürlich gibt es auch gefährliche Blasen, die Menschen in die falsche Richtung lenken – das ist nicht nur von extremistischer, sondern auch von einseitiger demokratischer Seite, z. B. gewisse Kreise innerhalb der Grünen. Es gibt neofundamentalistische grüne Blasen, von denen sich auch neonormale Grüne distanzieren, weil diese in eine Richtung tendieren, die an der Realität vorbeigehen. Von extremistischen Blasen brauchen wir gar nicht weiter zu reden. Diese sind gefährlich und Menschen driften immer weiter ab. Leider weiß ich aber nicht, wie man solche Leute wieder in die Gesellschaft integrieren kann. Ich bin mittlerweile so genervt, dass ich solchen Gesprächen aus dem Weg gehe, weil ich einfach keinen Sinn mehr darin sehe, sie zu führen. Wenn ich z. B. Aussagen höre, dass man dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk misstraut und man sich lieber in Internetforen informiert, kriege ich so einen Hals. Das ist zwar sehr bedenklich, aber man muss sich auch selbst schützen.
Marcel Kunz

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