CB‑Funk im Blackout: Was bleibt, wenn alles Moderne versagt?

Wenn in Deutschland über Krisenvorsorge gesprochen wird, geht es meist um Wasser, Lebensmittel, Heizalternativen. Kaum jemand denkt an Kommunikation. Dabei zeigt ein Blick in die Einsatzrealität der vergangenen Jahrzehnte, wie fragil moderne Netze sind. Wer wie ich die letzten Jahrzehnte im professionellen Bereich (BOS) gearbeitet hat, weiß: Der Funk im 2‑m‑ und 4‑m‑Band war nicht „State of the Art“, sondern schlicht die einzige Möglichkeit, im Einsatz verlässlich miteinander zu sprechen.

Heute verlassen sich Millionen Menschen auf Mobilfunk, WLAN und digitale Infrastruktur – Systeme, die im Blackout binnen Minuten kollabieren. Was bleibt dann? Eine Technik, die viele für nostalgisch halten: CB‑Funk.

Der Stresstest: Kommunikation unter Blackout‑Bedingungen

Ein länger andauernder Stromausfall bedeutet mehr als Dunkelheit. Er bedeutet:

  • Mobilfunk bricht weg
  • Festnetz fällt aus
  • Internet ist nur noch Erinnerung
  • Kommunikation funktioniert nur noch mit batteriebetriebenen Geräten

Unter genau diesen angenommenen Bedingungen habe ich ein handelsübliches CB‑Handgerät getestet. Keine Laborumgebung, keine Idealszenarien – sondern die Frage: Was funktioniert, wenn nichts anderes mehr funktioniert?

Die Stärken: Robustheit schlägt Eleganz

Der Test zeigt ein Bild, das nüchterner ist als die Werbeversprechen, aber deutlich besser als der Ruf des Systems:

  • Energieautark CB‑Geräte laufen mit normalen Batterien oder Akkus. Bevorratbar, simpel, zuverlässig.
  • Bedienbar ohne Vorwissen Einschalten, Kanal wählen, sprechen. In Stresslagen zählt genau das.
  • Lizenzfrei und sofort einsetzbar Für Familien, Nachbarschaften und kleine Gruppen ein Vorteil, der im Krisenfall kaum zu überschätzen ist.
  • Verständliche Sprachübertragung Keine High‑End‑Qualität, aber klar genug, um Informationen auszutauschen.
  • Strukturierbar Mit festen Kanälen, Zeiten und Rufnamen lässt sich Kommunikation ordnen – Disziplin ersetzt hier Technik.

 

Die Grenzen: Physik bleibt Physik

  • Reichweite Realistisch sind wenige hundert Meter bis einige Kilometer. Bebauung, Gelände und Gebäude dämpfen massiv.
  • Kein Ersatz für BOS‑Funk Weder Reichweite noch Störfestigkeit erreichen das Niveau der professionellen Systeme, die jahrzehntelang im Einsatzdienst unverzichtbar waren.

 

Fazit: Eine unterschätzte Ressource

CB‑Funk ist kein Prestigeprojekt, kein High‑Tech‑Wunder und schon gar kein Ersatz für professionelle Einsatzkommunikation. Aber im Blackout zählt nicht Perfektion – sondern Funktion.

Und genau hier überzeugt das System: Es funktioniert, wenn alles andere schweigt. Für Privathaushalte, Familien und lokale Gruppen ist CB‑Funk damit eine der wenigen realistischen, sofort verfügbaren Notkommunikationsmöglichkeiten.

Wer Krisenvorsorge ernst nimmt, kommt an dieser unscheinbaren, aber robusten Technik kaum vorbei.

Alfred Brandner

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