Am 21. Februar 1946 erschien in den westdeutschen Besatzungszonen zum ersten Mal die linksliberale Zeitung „Die Zeit“. Ein Meilenstein zu einer neu entstehenden demokratischen Presselandschaft in einem von Nationalsozialismus und Krieg vernichteten Land. Ich lese auch immer wieder Artikel in der Zeit und finde sie meist sehr ansprechend. Sicher kann man auch an diesem Blatt manches kritisieren, aber im Großen und Ganzen ist die Zeitschrift patent und bis heute ein wichtiger Bestandteil unserer pluralistischen Gesellschaft und Demokratie. Und genau diese Errungenschaften sind durch Fake News und rechte Hetzblätter bedroht. Darum überprüft bitte die Quellen, die ihr nicht kennt und haltet euch von dubiosen Inhalten fern. Bleibt einfach bei der Zeit und ähnlichen Schriftstücken.
Am 24. Februar 2022 begann der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Ich war damals auf einem EVG-Seminar in Kaufbeuren und wir haben am Abend zuvor noch darüber gesprochen, dass Russland niemals die Ukraine angreifen würde – am nächsten Morgen wurden wir eines Besseren belehrt. Ich befürchtete damals, dass Kiew schnell fallen würde, wonach es anfangs auch noch aussah. Aber der Heldenmut des Ukrainischen Volkes, mit dem man sich dem Aggressor bis heute entgegenstellt, beeindruckt mich zutiefst. Sicher musste auch ich indirekt irgendwie unter dem Krieg leiden, da viele Dinge teurer wurden, aber wenn ich sehe, was die Menschen dort ertragen müssen, ist das nichts. Und viele Dinge wie Energie wären nicht teurer, wenn die Demokratien vorher mehr für die Energiewende getan hätten und wir darum nicht auf russische Importe angewiesen wären.
Nachdem der Erste Weltkrieg über 4 Jahre an der Westfront und den Grenzen des Osmanischen Reichs dauerte, war schon abzusehen, dass die Mittelmächte bald verlieren werden. Beim Krieg in der Ukraine ist auch nach so langer Zeit noch kein Ende in Sicht, was zum einen gut ist, da Russland nicht durch kriegerische Eroberungen an die EU-Grenze vorrücken kann, aber für die ukrainische Bevölkerung eine harte Belastung ist. Und darum müssen wir das Land finanziell und mit Waffen unterstützen, denn sie machen die Drecksarbeit für uns. Ich könnte kotzen, wenn Menschen im Westen fordern, die Hilfen einzustellen. Die Konsequenz wäre, dass Russland irgendwann die EU angreift – und dann gnade uns Gott!
Aber leider gibt es auch in der Ukraine Menschen, die sich trotz der miserablen Lage bereichern und damit den Durchhaltewillen und die Front schwächen. Immer wieder liest und hört man von korrupten Politikern und Wirtschaftsbossen, die massenweise Geld abzweigen, was mich einfach nur anwidert. Ihnen muss doch klar sein, dass sie irgendwann auffliegen und dann alles verlieren. In dieser prekären Lage müssen alle zusammenhalten und an einem Strang ziehen – sonst siegt das Böse! Und auch die Zustimmung im Westen wird sinken, was das Land noch weiter schwächt.
In letzter Zeit kamen auch immer wieder Berichte über Donald Trumps Friedensrat. Was zum Teufel ist das für ein Gremium? Ein Zusammenschluss von Schurkenstaaten, die an der UNO vorbei versuchen, Politik zu machen und ihre eigenen Interessen vertreten. Trump und Schergen haben keine demokratische Legitimität und dürfen mit ihrem Vorgehen keinen Erfolg haben – sonst wäre das fatal! Die Hoheit der Vereinten Nationen darf nicht angetastet werden und Demokratien müssen sich vermehrt einsetzen, um Frieden zu schaffen. Sonst kommen wir vom Regen in die Traufe.
Dann macht mir die Aussage des polnischen Präsidenten über mögliche Atomwaffen große Angst (man beachte bitte die Quelle):
Aktuell gießt allein die Aussprache dieses Gedanken Öl ins Feuer. Was Atomwaffen anrichten, sieht man bis heute in Hiroshima und Nagasaki und darf sich daher niemals wiederholen – sonst droht die Auslöschung ganzer Völker und Zivilisationen! Solange es Schurkenstaaten wie Russland – aber auch die USA – mit Atomwaffen gibt, bin ich leider auch dafür, dass Großbritannien und Frankreich ihre behalten, aber sie sollten niemals eingesetzt werden. Wir müssen wieder in den Dialog treten und uns aktiv für eine weltweite Ächtung einsetzen. Aber dazu tragen Demagogen wie Karol Nawrocki nicht bei; Politiker wie er vergiften mit ihrer rechts-nationalen Haltung das Klima und spalten nicht nur Polen. Ich kann ihm nur zur Zurückhaltung raten.
Final möchte ich noch einmal auf die deutschen und EU-weiten Grenzkontrollen eingehen, die erneut verlängert werden und damit Schengen ad absurdum führen. Vor über 10 Jahren hatten wir massiv Probleme und daher waren diese auch berechtigt. Aber langsam müssen Lösungen gefunden und diese angegangen werden. Warum ist man bisher nicht in der Lage die EU-Außengrenzen so zu schützen, wie es nötig wäre? Wie lange soll das noch so weitergehen? Bis Schengen eines Tages über den Haufen geworfen wird und wir zu unkooperativen Nationalstaaten zurückkehren? Wenn wir das nicht bald in den Griff kriegen, sehe ich schwarz für die Freizügigkeit und längerfristig auch für die EU.
Marcel Kunz