Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet und voller Energie, um gegen die immer größer werdenden Missstände vorzugehen.
Am 2. Januar 1956 gingen die ersten Standorte der neu gegründeten Bundeswehr mit Freiwilligen in Betrieb. Eine Erfolgsgeschichte war die Bundeswehr nie. Ich erinnere mich an einen Runninggag von ehemaligen NVA-Soldaten, dass, wenn sie Freitag Abend die BRD angegriffen hätten, sie Sonntag in Bonn gewesen wären – eigentlich nicht wirklich lustig, da es wirklich so ausgegangen wäre. Dann habe ich 2002 einen Strafprozess wegen Fahnenflucht beobachtet, wo eine Zeugin Freitagabend bei der Kaserne anrief, um den Vorfall zu melden. Man sagte ihr, dass man erst Montag etwas tun könne, weil am Wochenende niemand da war. Ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn vom Warschauer Pakt aus wirklich ein Angriff ausgegangen wäre. Damals konnte man sich zum Glück noch innerhalb der NATO auf die USA verlassen, aber diese Zeiten sind auch vorbei.
Heute gibt es mit Ungarn und der Türkei innerhalb der NATO weitere unzuverlässige Partner, so dass die Bundeswehr dringend wehrtüchtig werden muss – auch im Hinblick auf die russische Bedrohung. Leider ist der Zustand der Bundeswehr repräsentativ für viele Armeen innerhalb der EU und der NATO, was mir große Sorgen macht. Es wird auf Dauer nicht reichen, der Ukraine Waffen zu liefern, man muss auch selbst in der Lage sein, sich zu verteidigen – und ich habe meine Zweifel, ob die Bundeswehr das gerade ist, auch mit Hilfe anderer EU- und NATO-Partner. Es bedarf dringend mehr Rekruten, mehr Infrastruktur und besserer Ausstattung. Sonst werden wir große Probleme bekommen.
Am 1. Januar 1976 trat in der BRD die Gurtpflicht, zuerst einmal ohne Bußgeld, in Kraft. Aus heutiger Sicht unbegreiflich, wie sich die Leute damals in ihrer Freiheit eingeschränkt gefühlt haben. Ich bin jetzt 41 und kenne nichts anderes, als mich im Auto anzuschnallen und habe mich nie eingeschränkt gefühlt. Heute sind es Wärmepumpen, die angeblich die Leute einschränken und was kommt morgen? Feuerwerksverbot? Ich kann es einfach nicht glauben, wie abstrus die Argumente immer sind, wenn angebliche Freiheiten immer in Gefahr sind. Teilweise sind es auch Fake News, die verbreitet werden. So gibt es kein Fleischverbot oder auch keinen Genderzwang. Auf der anderen Seite verhängen aber immer mehr Behörden Vorschriften, wie das Verbot von Gendersternchen, was ich viel eher als Eingriff in die Freiheit empfinde – aber das stört irgendwie niemanden. Es muss dringend ein Umdenken eintreten, sinnvolle Regeln nicht als Eingriff in die Freiheit zu empfinden und gegen die Dinge vorzugehen, die es wirklich wert sind.
Dann war ich gestern gleich drei Mal gezwungen, auf Bahnhöfen ins Gleisbett zu schiffen, weil in den Zügen die Toiletten defekt waren. Ich hatte weder die Zeit, die öffentlichen im Bahnhof aufzusuchen, noch habe ich es eingesehen, dafür 1€ zu zahlen. Ich habe mir sogar überlegt, präventiv ins Gleis zu schiffen, weil ich Angst hatte, dass das WC im nächsten Zug wieder defekt sein könnte – und so war es dann auch. Genauso im nächsten, wo ich nicht einmal die Zeit hatte, zum Gleis zu laufen, sondern gezwungen war, mein Geschäft aus der Tür heraus zu verrichten. Ich finde diese Zustände ehrlich gesagt skandalös und war nicht zum ersten Mal zu solchen Aktionen gezwungen. Auch finde ich es eine Schweinerei, dass man in Bahnhöfen zahlen muss. Und schon allein, um dagegen meinen Protest kundzutun, werde ich auch weiter ins Gleis schiffen. Und da ich Angst haben muss, dass das WC im Zug nicht funktioniert, muss ich es präventiv tun.
Und wenn ich schon am Schimpfen bin: Rauchen auf Bahnhöfen ist kostenlos, das Klo oftmals nicht. Trotzdem schaffen es die Raucher vielerorts nicht, wenigstens in die Zone zu gehen, sondern rauchen, wo es ihnen gerade passt. Ich finde es skandalös, dass dagegen niemand etwas tut und dass das überhaupt kostenlos erlaubt ist. Und auch deswegen werde ich weiter wild pinkeln, um dagegen weiter vorzugehen!
Marcel Kunz