Staatssekretärin Anette Kramme (MdB) besucht die SAB: Erwartungen nicht erfüllt

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die SPD Bundestagsabgeordnete Anette Kramme hatte sich zusammen mit der hiesigen Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens zu einem Besuch der gemeinnützigen Staufen Arbeits- und Beschäftigungs GmbH (SAB) auf dem Jebenhausener Waldeckhof angemeldet. Die Erwartungen an den Besuch waren nicht nur bei Karin Woyta, der Geschäftsführerin der SAB hoch, kämpft doch die SAB um ihr finanziellen Überleben.

Die SAB kümmert sich um die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen und Arbeitslosen mit „Einschränkungen“, die ihnen eine vollwertige Teilhabe am 1. Arbeitsmarkt verwehrt. Die SAB kann hierbei auf mannigfaltige Erfolge verweisen. Diese Arbeit ist aber in Gefahr, die Bundesregierung hat in den letzten Jahren Mittel zur Finanzierung dieser Arbeit massiv gekürzt und bewährte Förderprogramme auslaufen lassen. Neue Programme sind geplant aber noch in der Abstimmung. Fehlende Unterstützung kann für die SAB schon im Sommer das endgültige Aus bedeuten.

Die bayerische Staatssekretärin deutete ihren Besuch aber in erster Linie als Informationsbesuch um „mitzunehmen, wo Probleme bestehen“ und lies mit dieser Aussage sowohl Karin Woyta und die Vertreter mehrerer Organisationen als auch die anwesenden Pressevertreter buchstäblich im Regen stehen. Heike Baehrens fand es gut, über die Probleme der Beschäftigungshilfe zu reden, sie ist sich bewusst, dass schon mehrere Träger bundesweit ihre Arbeit einstellen mussten. Sie sieht jetzt ein „paar kleine Ansatzpunkte“ zur Problemlösung.

Anette Krumme kündigte ein neues Förderprogramm an, mit dem Langzeitarbeitslose, die mindestens vier Jahre arbeitslos sind, die Rückkehr in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden soll. Diese Maßnahme soll mit bis zu 100 % vom Bund gefördert werden. Die Förderung kann evtl. schon im Herbst beginnen und läuft bis 2018, also auch nicht langfristig.

Für Karin Woyta bedeutet dies, wieder neue Anträge stellen, wieder warten, ob man berücksichtigt wird und weiter zittern, ob der SAB weiter Bestand haben wird. Wenn es die SAB nicht mehr gibt, bedeutet dies nicht, das es keine Langzeitarbeitslose und schwer vermittelbare Arbeitslose mehr geben wird, waren sich die Beteiligten der Gesprächsrunde einig, aber wie es ohne SAB weitergehen soll, ist niemandem klar, deshalb will auch Landrat Edgar Wolff weiter für den Erhalt der SAB kämpfen.

Die Bundesregierung muss sich die Frage erlauben lassen, warum sie bewährte Förderinstrumente nicht einfach weiter laufen lässt, statt alle paar Jahre neue zu erfinden. Anette Kramme hatte auf diese Frage keine einleuchtende Erklärung.

Foto v. l.: Heike Baehrens, Anette Kramme, Karin Woyta und Edgar Wolff beim Pressegespräch

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