Tarifkonflikt bei der Deutschen Post spitzt sich zu – ver.di ruft jetzt die Beschäftigten in den Briefzentren zum Streik auf

Die Warnstreiks bei der Deutschen Post AG werden heute in den Briefzentren fortgesetzt. In den Briefzentren wird die Post für die Zustellung produziert. Ohne Produktion gibt es keine Zustellung.

Ab dem Nachmittag sind die Beschäftigten der elf Briefzentren in Baden-Württemberg zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Die Standorte in Baden-Württemberg sind: Mannheim, Karlsruhe, Pforzheim, Heilbronn, Salach, Waiblingen, Reutlingen, Villingen-Schwenningen, Weingarten, Freiburg und Offenburg. Es ist deshalb in den kommenden Tagen mit erheblichen Verzögerungen in der Briefzustellung zu rechnen.

Die Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der Deutschen Post AG sind am Sonntagabend in Berlin abgebrochen worden. Die Deutsche Post AG lehnt es weiter ab, zu einer Einigung im Gesamtpaket zu kommen. Sie ist nicht bereit, die Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich auf 36 Stunden zu verkürzen oder den Vertragsbruch zurückzunehmen. Zudem will die Post AG den Beschäftigten sämtlichen Schutz vor Fremdvergabe nehmen.

Arnold Püschel, ver.di Landesfachbereichsleiter: „Mit ihrem Angebot verschärft die Post den Tarifkonflikt. Vom kommenden Jahr an will die Deutsche Post AG keinen Schutz vor Fremdvergabe mehr gewähren. Damit will die Post ihren fortgesetzten Vertragsbruch legalisieren und die Voraussetzung dafür schaffen, das Unternehmen mittelfristig in Billiggesellschaften zu zerlegen. Dies werden die Beschäftigten nicht hinnehmen. Die Zeichen stehen auf Sturm.“

ver.di fordert eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich, um den von der Deutschen Post begangenen Bruch des Vertrages zum Schutz vor Fremdvergabe zu kompensieren. Nachdem die Verhandlungen zur Arbeitszeit bereits seit Mitte März andauern, hatte die Gewerkschaft auch die im Frühsommer anstehende Entgeltrunde in die laufenden Verhandlungen eingebracht. ver.di fordert für die Tarifkräfte und Auszubildende des Unternehmens 5,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der entsprechende Entgelttarifvertrag ist zum 31. Mai 2015 gekündigt worden.

PM

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