Mitgliedervotum: 67 Prozent aller Stimmberechtigten stimmen für das Zukunftspaket – Beschäftigungssicherung und tarifliche Verbesserungen im Fokus.
Condor und die Vereinigung Cockpit (VC) haben sich nach intensiven Tarifverhandlungen auf ein Zukunftspaket verständigt. In der Mitgliederabstimmung stimmten 67 Prozent aller stimmberechtigten VC-Mitglieder dem Verhandlungsergebnis zu. Die Wahlbeteiligung lag bei 89,1 Prozent. Damit ist das Zukunftspaket angenommen.
Dem Abschluss waren wochenlange, teils schwierige Verhandlungen vorausgegangen. Ausgangspunkt waren vom Arbeitgeber geforderte Einsparungen. Für die VC stand jedoch von Beginn an fest, dass wirtschaftliche Zugeständnisse nur im Zusammenhang mit einer umfassenden Weiterentwicklung des Mantel- und Vergütungstarifvertrags infrage kommen.
„Gute Sozialpartnerschaft zeigt sich nicht darin, dass man immer einer Meinung ist, sondern gerade dann, wenn es schwierig wird“, erklärt Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit. „Die Verhandlungen waren alles andere als einfach und haben beiden Seiten Zugeständnisse abverlangt. Wir wissen, dass der Kompromiss nicht bei allen Mitgliedern Jubel auslöst. Entscheidend ist aber, dass wir auch eine wichtige Absicherung der Arbeitsplätze erreichen konnten und deswegen haben so viele zugestimmt“
Das Zukunftspaket sieht zeitlich befristete wirtschaftliche Zugeständnisse der Pilotinnen und Piloten vor, darunter Nullrunden bei der Vergütung. Zugleich enthält es für den vereinbarten Zeitraum einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Darüber hinaus konnten wesentliche und langfristig wirksame Verbesserungen der Arbeitsbedingungen vereinbart werden. Dazu zählen insbesondere das neue „Phi-Freizeitmodell“, das die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern soll, sowie eine spätere Vergütungssteigerung von sieben Prozent. Das Paket verbindet damit wirtschaftliche Beiträge der Beschäftigten mit Beschäftigungssicherung und tariflichen Verbesserungen.
„Tarifpolitik bedeutet auch, unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einen verantwortbaren Kompromiss für die Beschäftigten zu erreichen. Aus einer ursprünglichen Einsparforderung ist ein Gesamtpaket entstanden, das befristete Beiträge mit dauerhaften Verbesserungen und dem Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen verbindet. Es ist ein Kompromiss, der den Kolleginnen und Kollegen Zugeständnisse abverlangt“, so der VC-Präsident.
Die Vereinigung Cockpit sieht in der Einigung zugleich ein Signal über Condor hinaus: Sozialpartnerschaft braucht gegenseitigen Respekt, Verlässlichkeit und die Bereitschaft zum Kompromiss. „Wer Sozialpartnerschaft ernst nimmt, kann nicht nur Forderungen stellen, sondern muss auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Condor und die VC haben gezeigt, dass selbst unter erheblichem wirtschaftlichem Druck Lösungen möglich sind, wenn Arbeitgeber und Gewerkschaft einander als Partner auf Augenhöhe begegnen. Davon würden wir uns auch an anderer Stelle mehr wünschen“, so Andreas Pinheiro abschließend.
Die Vereinigung Cockpit ist der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland. Er vertritt die berufs- und tarifpolitischen Interessen von rund 9.600 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines und sieht darüber hinaus seine Aufgabe in der Erhöhung der Flugsicherheit in Deutschland.
PM Vereinigung Cockpit e.V.