„Sozialplan Null ist ein Schlag ins Gesicht“ – Vereinigung Cockpit verurteilt Konzernentscheidungen für CityLine-Beschäftigte

Die Vereinigung Cockpit kritisiert den geplanten „Sozialplan Null“ für die Beschäftigten der Lufthansa CityLine scharf. Bereits vor der Stilllegung der CityLine im April 2026 hatte die Personalvertretung versucht, einen tragfähigen Sozialplan für die Beschäftigten zu verhandeln – und wurde über Monate hingehalten. Nun steht ein „Sozialplan Null“ im Raum, der keine finanziellen Ausgleichs- oder Unterstützungsleistungen für die Beschäftigten vorsieht und damit ein Affront gegenüber den Beschäftigten ist.

„Für die Beschäftigten ist das ein Schlag ins Gesicht. Ein Sozialplan Null wird der Leistung, Loyalität und Verbundenheit dieser Kolleginnen und Kollegen nicht gerecht, die teilweise bis zu über 20 Jahren für die CityLine gearbeitet haben. Es ist insbesondere deshalb schwer nachzuvollziehen, weil die CityLine als 100- prozentige Tochter der Lufthansa zum Erfolg der Kernmarke und Lufthansa Cargo beigetragen hat. Ein Sozialplan Null ist ein Ausdruck der Missachtung gegenüber den Beschäftigten“, sagt Anja Granvogl, Vorständin bei der Vereinigung Cockpit und CityLine-Pilotin.

Besonders im Hinblick auf die aktuelle Annäherung beider Seiten im Tarifkonflikt ist ein Sozialplan Null enttäuschend. Aus Sicht der VC entsteht zudem der Eindruck, dass notwendige Gespräche über einen Sozialplan hinausgezögert wurden und die Beschäftigten mit der Aussicht auf eine lediglich temporäre Stilllegung hingehalten wurden.

„Beschäftigte dürfen nicht den Preis für strategische Konzernentscheidungen tragen. Auch nach der Pandemie wurden weiterhin 50 Prozent der Produktion über Wet-Lease-Partner durchgeführt – und jetzt wird die Produktivität der CityLine schlechtgeredet“, so Granvogl.

Unverständlich ist diese Haltung auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Stärke des Lufthansa-Konzerns. Während in den vergangenen Jahren Gewinne in Milliardenhöhe erwirtschaftet und Boni an das Management zu 100 Prozent ausgezahlt wurden, soll nun für die Beschäftigten der CityLine kein Spielraum für einen Sozialplan bestehen.

„Wer langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Ende mit einem derartigen Sozialplan abspeisen will, verspielt das Vertrauen der Beschäftigten. Die Arbeitgeberseite ist gefordert, gemeinsam mit der Personalvertretung Lösungen zu finden, die über eine Null hinausgehen und die jahrzehntelange Leistung der Beschäftigten anerkennt“, sagt Anja Granvogl abschließend.

Die Vereinigung Cockpit ist der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland. Er vertritt die berufs- und tarifpolitischen Interessen von rund 9.600 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines und sieht darüber hinaus seine Aufgabe in der Erhöhung der Flugsicherheit in Deutschland.

PM Vereinigung Cockpit e.V.

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