Mit einer Betriebsrätekonferenz, an der rund 170 Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus dem Einzel- und Versandhandel sowie dem Groß- und Außenhandel Baden-Württemberg teilnahmen, hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) heute in Stuttgart die Tarifrunden 2026 für den Handel Baden-Württemberg eröffnet.
Die versammelten Betriebsräte sprachen sich in einer gemeinsamen Entschließung für „deutliche Verbesserungen der Realeinkommen“ aus. Zudem drückten sie ihre solidarische Unterstützung aus, indem sie sich dafür einsetzen wollen, dass die bevorstehenden Tarifrunden im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erfolgreich abgeschlossen werden.
An der Konferenz nahm auch das ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer teil, die den ver.di-Bundesfachbereich Handel leitet. In ihrem Redebeitrag betonte sie, dass die Verhandlungen in stürmischen Zeiten stattfinden und Arbeitgeber unbezahlte Karenztage und längere Arbeitszeiten fordern, die Politik soziale Verschärfungen ankündigt und die Kanzlerpartei Teilzeit-Beschäftigte mit dem Label „Lifestyle-Teilzeit“ der Faulenzerei bezichtigt. „Im Einzelhandel sind rund 68% der Beschäftigte teilzeitbeschäftigt. Deswegen wissen die Kolleginnen und Kollegen nur zu gut, dass Teilzeit meist erzwungen ist. Teilzeit führt häufig zu niedrigen Löhnen und leider auch zu niedrigen Renten. Arbeiten im Handel ist Knochenarbeit. Ein Einkommen, von dem die Beschäftigten leben können, ist dringend geboten. Das ist momentan nicht der Fall. Hier müssen die Arbeitgeber nachbessern.“
ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Krüger: „In einer Zeit, in der die Unsicherheiten weltweit zunehmen, brauchen die Beschäftigten im Handel stabile Einkommen und Schutz vor sozialem Abstieg. Viele Kolleginnen und Kollegen leben am Limit. Dagegen müssen wir etwas tun.“
ver.di führte im vergangenen Jahr eine bundesweite Gute-Arbeit-Befragung unter den Handelsbeschäftigten durch. Viele der Teilnehmer gaben an, dass ihr Einkommen „nicht“ oder „gerade so“ zum Leben reicht. Außerdem machten zahlreiche Befragte deutlich, dass sie große Sorge vor Altersarmut haben.
ver.di geht mit folgenden Forderungen in die anstehenden Tarifrunden des Handels Baden-Württemberg:
Tarifrunde Einzelhandel Baden-Württemberg
Der Tarifvertrag wurde von ver.di zum 31. März 2026 gekündigt.
ver.di fordert:
• Erhöhung der Löhne und Gehälter um 300 Euro monatlich
• Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro monatlich
• Laufzeit: 12 Monate
1. Verhandlung am 24. April 2026 in Sindelfingen
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Tarifrunde Groß- und Außenhandel Baden-Württemberg
Die Tarifverträge wurden von ver.di zum 30. April 2026 gekündigt.
ver.di fordert:
• Erhöhung der Löhne und Gehälter um 7 Prozent, mindestens 250 Euro
• Rentenfestes Mindesteinkommen von 14,90 Euro pro Stunde
• Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro monatlich
• Laufzeit: 12 Monate
1. Verhandlung 17. April 2026 in Stuttgart Weilimdorf
Im Einzel- und Versandhandel Baden-Württemberg arbeiten rund 500.000 Beschäftigte, im Groß- und Außenhandel Baden-Württemberg sind es rund 190.000.
PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg