Tarifverhandlungen Autobahn GmbH: ver.di ruft zur Streikwoche in Tunnelleitzentralen, Autobahnmeistereien und Niederlassungen auf

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft in dieser Woche zu etlichen Streikaktionen bei der Autobahn GmbH auf – darunter auch folgenreiche Tunnelstreiks an neuralgischen Punkten, etwa am Elbtunnel. Anlass ist der für die Gewerkschaft inakzeptable Verhandlungsstand in der Tarifrunde für die rund 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH des Bundes: Nach zwei Terminen bietet der Arbeitgeber mit 29 Monaten eine viel zu lange Laufzeit an, zudem wird ein Mindestbetrag abgelehnt, der die unteren Lohngruppen stärken würde. Die ver.di-Verhandler haben sich daraufhin mit den Beschäftigten in den Betrieben der bundeseigenen Gesellschaft rückgekoppelt und eine sehr hohe Bereitschaft zum Arbeitskampf registriert.

„Wenn die Autobahn GmbH ein Signal braucht, damit sich die Verhandlungen konstruktiv entwickeln können, dann soll sie es bekommen“, sagte Verhandlungsführer Oliver Bandosz am Montag. Unvermeidliche Einschränkungen lägen damit klar in der Verantwortung der Arbeitgeberseite.

Bereits morgen Mittag (Dienstag, 17. Februar) sind in den Niederlassungen, den zehn Verwaltungszentralen der GmbH plus der Bundeszentrale, Pausen-Aktionen von Beschäftigten geplant, um auf ihren Ärger über die ausbleibende Wertschätzung der Autobahn-Chefs aufmerksam zu machen.

Am Mittwoch (18. Februar) werden dann Autobahnmeistereien im gesamten Netz bestreikt, so dass hier Dienstleistungen entfallen, eingeschränkt oder verzögert sein können – etwa im Raum Göttingen, Braunschweig, Bremen und Hannover, im Raum München (Rosenheim, Siegsdorf) und Freiburg (Rottweil, Efringen-Kirchen), aber auch etwa in Nordrhein-Westfalen (Duisburg, Wünnenberg, Gelsenkirchen), Thüringen (rund um Erfurt) und Sachsen-Anhalt (Weißenfels).

Am Donnerstag (19. Februar) ruft ver.di zum Arbeitskampf in wichtigen Tunnelleitzentralen auf: Mit der Zentralen Betriebsleitstelle Zella-Mehlis in Thüringen werden die Tunnelanlagen Rennsteig, Hochwald, Alte Burg und Berg Bock (A 71) bestreikt: Hier wird es zu Einschränkungen durch Spursperrungen in beiden Richtungen kommen. Auch am Emstunnel (A 31) bei Leer in Niedersachsen werden Beschäftigte die Arbeit niederlegen. In allen Fällen wurden mit der Autobahn GmbH Notdienstvereinbarungen abgeschlossen, so dass es zwar zu Einschränkungen kommt, Notfälle aber in jedem Fall abgesichert sind.

Am Freitag (20. Februar) sowie am Montag (23. Februar) sind die Beschäftigten in der Leitzentrale des Elbtunnels in Hamburg zum Streik aufgerufen. Auch hier gibt es eine Notdienstvereinbarung. Gesperrt wird je eine Fahrspur pro Richtung, so dass mit erheblichen Auswirkungen im Umfeld zu rechnen ist. Bestreikt wird die gesamte Tunnelkette: Elbtunnel – Überdeckelung Stellingen – Überdeckelung Schnelsen.

Auch in Nordrhein-Westfalen ruft die Gewerkschaft am Freitag zu Streiks in Tunneln und der Verkehrszentrale Leverkusen auf. Die Auswirkungen sind noch nicht absehbar, da die regionalen Niederlassungen der Autobahn GmbH bis heute nicht bereit waren, eine gemeinsame Notdienstvereinbarung mit ver.di abzuschließen. Die Gewerkschaft bietet aber in allen Fällen einen Notdienst an, ohne die eigene Streikfähigkeit zu gefährden. Die bisherige Verweigerung zur Kooperation beim Notdienst in Nordrhein-Westfalen sei eine überflüssige Provokation des Arbeitgebers, kritisierte ver.di. Man sei weiter zu Verabredungen bereit.

ver.di fordert in der Tarifrunde sieben Prozent mehr Gehalt für die 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH des Bundes, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr. Auch die Nachwuchskräfte sollen 300 Euro mehr im Monat erhalten, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Gewerkschaft verweist auf die rund 1.000 unbesetzten Stellen der bundeseigenen Gesellschaft und die riesigen Herausforderungen in den kommenden Jahren durch die Investitionsoffensive des Bundes und den gewaltigen Sanierungsbedarf: Diese Aufgabe sei nur mit motivierten und qualifizierten Fachkräften zu meistern, die faire Gehälter und gute Arbeitsbedingungen brauchen.

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