Abschluss der Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Karlsruhe, Heidelberg/Mannheim und Tübingen – ab morgen dritte Verhandlungsrunde

Mit Arbeitsniederlegungen in den Regionen Karlsruhe, Tübingen und Heidelberg/Mannheim hat ver.di Baden-Württemberg die Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder bis unmittelbar vor der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde fortgesetzt. Heute sind insgesamt rund 1.900 Beschäftigte ganztägig im Ausstand. Die Verhandlungen werden ab Mittwoch, 11. Februar, in Potsdam weitergeführt. An den Kundgebungen nahmen auch wieder Streikende der AOK teil, bei der aktuell auch die Gehaltsrunde läuft.

Maike Schollenberger, ver.di Landesbezirksleiterin in Baden-Württemberg, sagte bei der Kundgebung in Karlsruhe: „Politik beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit, Tarifpolitik auch. Im öffentlichen Dienst der Länder haben wir mit die längsten Arbeitszeiten und dazu Gehälter, die im Wettbewerb um Arbeitskräfte zu niedrig sind. Wenn die Arbeitgeber diese Realitäten endlich zur Kenntnis nehmen, dann sind konstruktive Verhandlungen möglich.“

Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin, sagte bei der Kundgebung in Tübingen: „Wir bedauern sehr, dass die Arbeitgeber sich konstruktiven Verhandlungen verweigern, in dem sie bei einer möglichen Paketlösung darauf bestehen, den Arbeitsvorgang neu zu regeln und damit grundsätzlichen Verschlechterungen bei der Eingruppierung die Tür öffnen. Tarifverhandlungen werden für Verbesserungen geführt.“

Benjamin Stein, stellvertretender ver.di Landesbezirksleiter, sagte bei der Kundgebung in Heidelberg: „Prozente rauf, Laufzeit runter. Das ist das klare und unmissverständliche Signal der Streikenden im Land an die Arbeitgeber.“

In der Tarif- und Besoldungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder fordert ver.di sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen.

ver.di führt die Länder-Tarifrunde als Verhandlungsführerin auch für die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für rund 925.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) haben am 3. Dezember 2025 in Berlin begonnen. Weitere Verhandlungsrunden waren am 15./16. Januar und sind am 11./12. und ggf. 13 Februar in Potsdam. ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie auf die knapp eine Million Versorgungsempfänger:innen.

In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt gut 110.000 direkt von den Tarifverhandlungen betroffene Angestellte und 194.000 indirekt betroffene Beamt:innen.

Allein bei den sieben Zentren für Psychiatrie arbeiten an neun Standorten rund 10.000 Beschäftigte. Für die Beschäftigten der vier Uniklinika gilt ein eigenständiger Tarifvertrag.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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