Warnstreik in Stuttgart: Tausende Beschäftigte protestieren für faire Löhne im öffentlichen Dienst

Nach tagelangen Streikaktionen in ganz Deutschland kamen am 5. Februar 2026 mehrere Tausend Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, darunter zahlreiche Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, zu einer Großkundgebung in Stuttgart und einem Protestzug durch die Innenstadt zusammen. 

Ruth Schweikert, Leiterin des VBE-Landesreferats Arbeitnehmer, kritisierte auf der Demonstration die Rhetorik der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL): „Zuletzt sind die Mieten sogar stärker gestiegen als die Inflation. In Städten wie Stuttgart können sich die Beschäftigten und ihre Familien die horrenden Mietkosten kaum mehr leisten. Doch die TdL diffamiert unsere Forderungen als ‚astronomisch‘ und verweist auf die angespannte Finanzlage der Länder. Angespannt ist aber auch die Finanzlage der Beschäftigten. Dies scheint der TdL jedoch völlig egal zu sein.“

Der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand ergänzte: „Wer den Staat wieder fit machen, Fachkräfte anwerben und halten will, der muss anständig entlohnen. Die Qualität des öffentlichen Dienstes hängt auch von einer fairen Bezahlung ab. Die Leistung und Verantwortung der Beschäftigten müssen sich in der Vergütung widerspiegeln. Dies gilt für alle Beschäftigten: Sobald das Ergebnis steht, muss es die Landesregierung zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten, Versorgungsempfängerinnen und Empfänger übertragen. Das ist ein verfassungsrechtliches Gebot.“

Hintergrund: Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. In den beiden ersten Verhandlungsrunden hat die TdL kein eigenes Angebot eingebracht. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 11.-13. Februar 2026 vereinbart.

Die Forderungen sind:

➢ Erhöhung der Tabellenentgelte der Beschäftigten um 7%, mindestens aber 300 € bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

➢ Erhöhung der Zeitzuschläge für Sonderformen der Arbeit um jeweils 20 Prozentpunkte auf Basis der individuellen Stufe, mindestens jedoch Stufe 3 (z. B. Überstunden für die ein Freizeitausgleich nicht möglich ist)

➢ Erhöhung der Entgelte für Studierende um 200 € monatlich (Laufzeit 12 Monate)

➢ Die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und Studierenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung.

➢ Die zeitgleiche und wirkungsgleiche Übertragung des Verhandlungsergebnisses auf Beamtinnen und Beamte sowie Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger.

➢ Die stufengleiche Höhergruppierung.

➢ Die Umsetzung der Verhandlungszusage aus 2019, insbesondere zur vollständigen Einführung der Paralleltabelle für tarifbeschäftigte Lehrkräfte.

PM Verband Bildung und Erziehung (VBE) Landesverband Baden-Württemberg

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