Warnstreiks im öffentlichen Dienst vor der dritten Verhandlungsrunde

In der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder weitet ver.di Baden-Württemberg die Warnstreiks vor der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde nochmals aus. Regionale Streiktage mit Beschäftigten aus allen Bereichen finden heute in Freiburg und Esslingen statt, am Montag nächste Woche in Stuttgart und Heilbronn und zum Abschluss am Dienstag in Karlsruhe, Tübingen und Mannheim. Bereits gestern war ein regionaler Streiktag in Ravensburg. Seit Montag bis einschließlich Freitag werden in Mannheim und Heidelberg gezielt ausgewählte Bereiche wie Teile der IT und der Mensen durchgehend bestreikt. Die Verhandlungen werden ab Mittwoch, 11. Februar, in Potsdam fortgesetzt.

Maike Schollenberger, ver.di Baden-Württemberg, sagte bei der Kundgebung in Freiburg vor über 500 Streikenden: „Höhere Löhne sind keine Wachstumsbremse, sie sind der Booster, den unsere stagnierende Wirtschaft dringend braucht. Auch das Sondervermögen für Infrastruktur braucht einen starken öffentlichen Dienst, um den Aufschwung zu pushen. Eine aktive Tarifpolitik ist deshalb die richtige und zwingende Antwort auf den Versuch der öffentlichen Arbeitgeber, der verheerenden Austeritätspolitik ein Comeback zu verschaffen.“

Warnstreiks nach ver.di Bezirken:

Südbaden Schwarzwald:

Regionaler Warnstreiktag am Donnerstag, 5. Februar, in Freiburg:

Aufgerufen sind unter anderem: ZfPen Emmendingen und Reichenau, Uni Konstanz und Uni Freiburg, HTWG Konstanz und viele weitere.

12:30 Demonstration ab Karlstraße durch die Innenstadt zum Platz der Alten Synagoge. Dort Kundgebung unter anderem mit der ver.di Landesbezirksleiterin Maike Schollenberger.

Stuttgart:

Regionaler Warnstreiktag am Montag, 9. Februar, in Stuttgart:

Aufgerufen sind alle Landeseinrichtungen: Dazu gehören neben den Universitäten und Hochschulen die Studierendenwerke, die Wilhelma, die Staatsgalerie, das Statistische Landesamt, das Staatstheater, das Landesamt für Besoldung, BitBW, die Ministerien und der Landtag, das Zentrum für Psychiatrie in Winnenden und andere Dienststellen.

Streikablauf: Streikgelderfassung ab 09.00 Uhr im Gewerkschaftshaus, Streikversammlung ab 10.00 – 10.30 Uhr, großer Saal, Auftakt Demo ab 10.45 Uhr, Demo durch die Innenstadt, Abschlusskundgebung: ab 11.30 Uhr vor dem Finanzministerium unter anderem mit der ver.di Landesbezirksleiterin Maike Schollenberger.

Heilbronn-Neckar-Franken:

Regionaler Warnstreiktag am Montag, 9. Februar, in Heilbronn:

Hochschule Heilbronn, DHBW, Studierendenwerk, Zentrum für Psychiatrie Weinsberg mit Außenstellen in Schwäbisch Hall, ASB Heilbronn-Franken, Vermessungstechniker des Landratsamts Neckar-Odenwaldkreis, Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg, Lindenparkschule Heilbronn

Mit dabei sind Streikende der AOK aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn und dem Neckar-Odenwald-Kreis in der laufenden Tarifrunde bei der AOK.

Beginn Kundgebung um 9:00 Uhr an der Harmonie, anschließend Demonstration durch die Innenstadt zurück zur Harmonie, im Anschluss Abschlusskundgebung

Fils-Neckar-Alb:

Donnerstag, 5. Februar: KBF – Kita LEO (Albstadt).

Freitag, den 6. Februar: KBF – Kita Kunterbunt (Münsingen) + Kita Blumenwiese (Hechingen).

Lokaler Warnstreiktag am Donnerstag, 5. Februar, in Esslingen: Kundgebung 10:00-11:00 Uhr auf dem Rathausplatz

Landesamt für Denkmalpflege, Hochschule Esslingen, Johannes-Wagner-Schule Nürtingen, Hochschule Nürtingen

Samstag, den 7. Februar: Warnstreik am Landestheater Tübingen (LTT):

Das LTT wird ganztägig bestreikt. Am Samstagabend soll die Improvisationstheaterveranstaltung „Theatersport“ und die Eigenproduktionen „Der Ursprung der Liebe“ und „Vor dem Ruhestand“ stattfinden. Das Theater hat sich bisher noch nicht geäußert, aber wir gehen davon aus, dass keine dieser Veranstaltungen stattfinden kann.

Wir laden Sie herzlich zu Austausch und Gesprächen mit den Streikenden ein. Am Samstag, 07.02.2026 ab 17 Uhr auf dem Innenhof des LTT.

Regionaler Warnstreiktag am Dienstag, 10. Februar, in Tübingen:

Aufgerufen werden alle Dienststellen in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Esslingen. Mit dabei sind Streikende der AOK Neckar-Fils und Neckar-Alb in der laufenden Tarifrunde bei der AOK.

Demo ab 10:00 Uhr vor dem Clubhaus Wilhelmstr. Tübingen

Ab 11:15 Uhr Kundgebung am Europaplatz Tübingen u.a. mit der stellvertretenden Landesbezirksleiterin Hanna Binder.

Mittelbaden-Nordschwarzwald:

Regionaler Warnstreiktag am Dienstag, 10. Februar, in Karlsruhe:

Unter anderem KIT, Regierungspräsidium, ZfP Calw, CVUA, Theater und weitere Dienststellen. Demo ab 10:15 Uhr vom ver.di Haus, 11:15 Uhr Kundgebung unter anderem mit der ver.di Landesbezirksleiterin Maike Schollenberger.

Rhein-Neckar:

Bezirklicher Warnstreiktag am Dienstag, 10. Februar, in Heidelberg: Treffpunkt 10:00 Uhr Schwanenteichanlage Demo zum Universitätsplatz, Kundgebung an 11:00 Uhr

Benjamin Stein – stellvertretender Landesbezirksleiter ver.di Baden-Württemberg und Maggie Paal – Mitglied der Bundestarifkommission werden auf der Kundgebung sprechen.

Aufgerufene Betriebe sind unter anderem PZN Wiesloch, Zi Mannheim, Universität Heidelberg und Mannheim, Studierendenwerk Heidelberg und Mannheim, Technische Hochschule Mannheim, DHBW, ASB, Bewährungshilfe, Vermögen und Bau BW, Leibnitz-Institute – IDS, GESIS, ZEW.

In der Tarif- und Besoldungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder fordert ver.di sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen.

ver.di führt die Länder-Tarifrunde als Verhandlungsführerin auch für die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für rund 925.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) haben am 3. Dezember 2025 in Berlin begonnen. Weitere Verhandlungsrunden waren am 15./16. Januar und sind am 11./12. Februar in Potsdam. ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie auf die knapp eine Million Versorgungsempfänger:innen.

In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt gut 110.000 direkt von den Tarifverhandlungen betroffene Angestellte und 194.000 indirekt betroffene Beamt:innen.

Allein bei den sieben Zentren für Psychiatrie arbeiten an neun Standorten rund 10.000 Beschäftigte. Für die Beschäftigten der vier Uniklinika gilt ein eigenständiger Tarifvertrag.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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