Heute fand die erste Runde der Tarifverhandlungen zwischen ver.di und dem Verband privater Klinikträger in Baden-Württemberg (VPKA) in Stuttgart statt. ver.di fordert für die rund 5.000 VPKA-Beschäftigten eine Erhöhung der Vergütungstabellen um sieben Prozent, mindestens 300 Euro ab Januar 2026, die Einführung einer Stufe 7 für langjährige, erfahrene Beschäftigte, die Anhebung der Wechselschicht- und Schichtzulage auf das Niveau des TVöD (250,-/100,-Euro) und eine Tätigkeitszulage in Höhe von 155 Euro für Beschäftigte in allen Berufsgruppen.
Vor den Verhandlungen übergab die ver.di-Tarifkommission eine Tafel mit der Zahl 1512. So viele Beschäftigte hatten sich mit ihrer Unterschrift hinter die ver.di-Forderungen gestellt.
Ingo Busch, ver.di-Verhandlungsführer: „Das gibt uns Rückenwind für die Verhandlungen. Die VPKA-Beschäftigten dürfen nicht abgehängt werden, auch bei ihnen steigen die Preise für Lebensmittel, Mieten und Fahrtkosten. Die Klinik- und Pflegebranche muss ausreichend Arbeitskräfte gewinnen und binden. Das geht nur mit guten Arbeits- und Einkommensbedingungen. Ohne Beschäftigte gibt es keine gute Patientenversorgung, ohne Beschäftigte können die Einrichtungen ihre Belegungszahlen nicht aufrechterhalten und haben weniger Einnahmen.“
Die Arbeitgeber haben heute auf die schwierige Finanzierungssituation der Einrichtungen hingewiesen. Sie legten ein Minusangebot vor: Fünf Leermonate, zwei Steigerungen der Vergütungstabellen von 0,5% bei einer Laufzeit von 27 Monaten. Mehr sei nicht drin.
Busch: „Bei steigenden Preisen haben die Beschäftigten damit weniger in der Tasche als vorher. Respekt und Wertschätzung für die Beschäftigten sehen anders aus. Das ist kein verhandelbares Angebot, das ist eine Provokation. Natürlich braucht es eine stabile und auskömmliche Finanzierung durch die Kostenträger. Strukturelle Probleme bei der Finanzierung dürfen nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen. Nur mit ihrer engagierten Arbeit kann die Belegung auf hohem qualitativem Niveau aufrechterhalten werden. Das muss sich auch in einer ordentlichen Tarifsteigerung widerspiegeln.“
Bis zur zweiten Verhandlungsrunde am 11.Februar 2026 werden die VPKA-Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöhen. „Mit Aktionen vor Ort werden die Beschäftigten deutlich machen, dass es in der nächsten Runde ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber braucht“, so Busch.
Der Vergütungstarifvertrag VPKA wurde von ver.di zum 31.12.2025 gekündigt. Verhandelt wird für über 5.000 Beschäftigte in Akut- und Reha-Kliniken sowie Pflegeeinrichtungen im VPKA Baden-Württemberg. Schwerpunkte sind die Waldburg-Zeil-Kliniken in Isny-Neutrauchburg, Wangen und Bad Wurzach, das Klinikum Christophsbad in Göppingen sowie die Kur- und Rehakliniken und die Vulpiusklinik in Bad Rappenau. Zudem richten sich zahlreiche weitere private Kliniken und Pflegeinrichtungen nach diesem Tarifvertrag.
PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg