Campus-Streik am Mittwoch an Universitäten, Hochschulen und Studierendenwerken

In der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder erhöhen Beschäftigte der Hochschulen, Studierendenwerke und Forschungseinrichtungen am Mittwoch, dem 28. Januar, mit einem bundesweiten Branchenstreiktag den Druck. Auch in Baden-Württemberg sind in Tübingen, Heilbronn, Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg, Konstanz, Ulm, Stuttgart und Hohenheim Beschäftigte aufgerufen.

Annelie Schwaderer, ver.di Baden-Württemberg: „Beschäftigte in den Mensen arbeiten in teuren Universitätsstädten mit bescheidenen Einkommen und sollen keinen Mindestbetrag als Ausgleich bekommen. Im Wissenschaftsbetrieb hangeln sich Kolleginnen und Kollegen von Befristung zu Befristung und sollen mit einer Lohnerhöhung abgefertigt werden, die noch nicht mal die Preissteigerungen der letzten Jahre ausgleicht. Und studentischen Hilfskräften soll ein Tarifvertrag ganz verweigert werden. Weil sonst die Freiheit der Wissenschaft in Gefahr wäre. Die Universitäten wollen Exzellenz und bieten ihren Beschäftigten Prekariat.“

ver.di will in dieser Tarifrunde erreichen, dass der Tarifvertrag auch für studentische Hilfskräfte gilt. In der letzten Tarifrunde konnte ver.di eine sogenannte schuldrechtliche Vereinbarung erreichen, die Mindeststandards bei Bezahlung, Vertragslaufzeiten und Stundenumfängen vorsieht. Diese werden jedoch nicht überall eingehalten und können nicht individuell juristisch durchgesetzt werden.

Landesweiter Kontakt: Annelie Schwaderer 0151 61372880

Warnstreiks am 28. Januar nach ver.di Bezirken:

Fils-Neckar-Alb:
u.a. Universität und Studierendenwerk Tübingen, außerdem Landesamt für Denkmalpflege, RP Tübingen, Vermögen und Bau, Landestheater Tübingen. 11:45 Uhr Kundgebung, Geschwister-Scholl-Platz.
Kontakt: Jonas Weber 0171 5439245

Heilbronn-Neckar-Franken:
Hochschule Heilbronn, DHBW, Studierendenwerk.
Kontakt: Katharina Kaupp 0170 8561935

Südbaden Schwarzwald:
Universität Freiburg.
In Konstanz HTWG und die Universität sowie das ZfP Reichenau, 10:30 Demonstration Auftakt: Münsterplatz.
Kontakt: Michael Herbstritt 0151 42612174

Mittelbaden-Nordschwarzwald:
Universität und Hochschule Karlsruhe.
Kontakt: Thorsten Dossow 0170 8595652

Rhein-Neckar:
Universität und Studierendenwerke Mannheim und Heidelberg, TH Mannheim, Pädagogische Hochschule Heidelberg. DHBW Mannheim, verschiedene Leibnitz Institute sowie die Musikhochschule Mannheim.
Treffpunkt zur Demo 10 Uhr Schwanenteichanlage Heidelberg, ab ca. 11 Uhr Kundgebung Universitätsplatz Heidelberg.
Kontakt: Kathrin Biro 0171 1984814

Ulm-Oberschwaben:
Universität Ulm, Technische Hochschule Ulm.
Kontakt: Natale Fontana 0170 9897405

Stuttgart:
Hohenheim: Uni, Studierendenwerk und Staatsschule für Gartenbau.
Uni Stuttgart.
Kontakt: Sidar Carman 0175 1913511

In der Tarif- und Besoldungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder fordert ver.di sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen.

ver.di führt die Länder-Tarifrunde als Verhandlungsführerin auch für die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für rund 925.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) haben am 3. Dezember 2025 in Berlin begonnen. Weitere Verhandlungsrunden waren am 15./16. Januar und sind am 11./12. Februar in Potsdam. ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie auf die knapp eine Million Versorgungsempfänger:innen.

In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt gut 110.000 direkt von den Tarifverhandlungen betroffene Angestellte und 194.000 indirekt betroffene Beamt:innen.

Allein bei den sieben Zentren für Psychiatrie arbeiten an neun Standorten rund 10.000 Beschäftigte. Für die Beschäftigten der vier Uniklinika gilt ein eigenständiger Tarifvertrag.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://filstalexpress.de/arbeitsmarkt/201573/campus-streik-am-mittwoch-an-universitaeten-hochschulen-und-studierendenwerken/

Schreibe einen Kommentar