Kubanerin in Galerie Hohenstaufen

Ein krasses, intensives Leben führt Barbara Hernandez. Die junge Frau stammt aus Kuba, hatte dort einen schwierigen, elenden Alltag zu bestreiten; Missbrauch, Prostitution, Armut und Gewalt gehörten dazu. Ihre einzigartige Stimme half ihr, Kuba verlassen zu können. Mit ihrem damaligen Freund kam sie nach Stuttgart – mit 19 Jahren. Ihr Visum wurde mehrmals verlängert, doch irgendwann durfte sie nicht mehr zurück nach Kuba. Nun ist sie hier – und ihre Familie dort.

Barbara Hernandez sprudelt vor Elan. Aber es ist eine Zerrissenheit. Ein Kampf mit der Vergangenheit und dem Alltag in Deutschland.

Musikalisch ging es gut voran. Mit ihrer Rockband Submarien erlebte sie viele erfolgreiche Auftritte. 2006 wurde ihr der renommierte Deutschen Rockpreis des Deutschen Rock-&-Pop-Musikverbands verliehen. In ihren Liedern, beim Singen kehrt sie ihr Innerstes nach außen. Sie braucht die Musik.

Einzigartig ist auch ihr Talent beim Malen, ein Naturtalent. Ihre Bilder wurden schon, mit gerade 20 Jahren, in der Kunsthalle Kornwestheim ausgestellt. Am liebsten malt sie Menschen. Plastisch wirken sie, lebendig. Aber es sind nicht unbedingt fröhliche Menschen, nein, dazu hat die junge Frau zu viel erlebt. Märtyrer malt sie, das Kind eines Heroinabhängigen, ein schlafendes Baby mit einer Schnecke. Menschen, die es nicht einfach haben, die interessieren sie. – Wahrscheinlich, weil auch sie es nicht einfach hatte und kämpfen musste und muss.

Sie erhält ein Stipendium an der privaten Kunstschule „P.Art“, danach an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste. Dort eckte Hernandez 2005 mit ihren Bildern dermaßen an, dass sie gezwungen war, ihr Studium abzubrechen; in einer Zeit der Mohammed-Karikaturen hatten alle Angst.

Die Malerin und Sängerin spricht Deutsch, Englisch, Französisch.

Zur Vernissage der Ausstellung mit dem Titel „Niemandsland“ wird Martin Schnabel mit seiner Geige spielen. Der in Stuttgart geborene Musiker gründete schon mit 16 Jahren seine erste Band, mit 17 das „Trio Infernal“, gefolgt von seiner Musikerkarriere als „Teufelsgeiger von Esslingen“. 2003 gründete er den „Drachenpalast“ als Kunstatelier und Veranstaltungsort.

Die Laudatio hält der Galerist Rüdiger Wolff.

Das Galeristenehepaar Manuela Kinzel und Rüdiger Wolff laden alle Interessierten zur Vernissage in Hohenstaufen, Galerie Stauferland, Pfarrgasse 5, ein. Die Ausstellung wird am Sonntag, den 22. Mai 2016 um 11.30 Uhr eröffnet und läuft bis zum 19. Juni 2016.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://filstalexpress.de/alle-beitraege/29536/

Kommentar verfassen