Am Dienstag Warnstreik bei den Bausparkassen Schwäbisch Hall und Wüstenrot

Nachdem es in der ersten Runde der bundesweiten Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der privaten Bankenbranche am 8. Oktober in Berlin kein Angebot der Arbeitgeber gab, ruft ver.di am kommenden Dienstag erstmals in Baden-Württemberg zu Warnstreiks auf. Gestreikt wird bei den beiden Bausparkassen Schwäbisch Hall und Wüstenrot, aufgerufen sind auch Beschäftigte der Servicegesellschaften. 

An beiden Standorten zusammen rechnet die Gewerkschaft mit über 300 Streikenden.

In Schwäbisch Hall versammeln sich die Streikenden um neun Uhr vor der Bausparkasse Schwäbisch Hall, dort gibt es eine Kundgebung. Gegen zehn Uhr erfolgt ein Demozug ums Haus. Zurück am Ausgangspunkt gibt es noch eine kurze Abschluss-Kundgebung und Streikgelderfassung.

In Kornwestheim versammeln sich die Streikenden ab neun Uhr am Campus, W+W Platz 1, dort Kundgebung.

Frank Hawel, ver.di Baden-Württemberg: „Die Beschäftigten haben in den vergangenen Jahren enorme Veränderungen, steigende Arbeitsbelastungen und die digitale Transformation mitgetragen. Jetzt erwarten sie ein Angebot, das ihrer Leistung gerecht wird. Dazu gehört neben auskömmlichen Gehältern auch, dass die bisher gelebte Vertrauenskultur in den Unternehmen durch die politisch geforderten ärztlichen Krankschreibungen ab dem ersten Tag nicht zu einer Misstrauenskultur wird. Dem wollen wir tarifpolitisch einen Riegel vorschieben.“

ver.di fordert für die rund 150.000 Beschäftigten im privaten Bankgewerbe sechs Prozent mehr Gehalt und monatlich 300 Euro mehr für Nachwuchskräfte bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Gewerkschaft will sich zudem für Regelungen zur Gestaltung der digitalen Transformation und des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz einsetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei ein verbesserter Beschäftigungsschutz sowie verbindliche Vereinbarungen zur Personalplanung und Qualifizierung. Weitere Anliegen von ver.di sind die unbefristete Übernahme von Nachwuchskräften in Vollzeit und die Übertragung des Gehaltsabschlusses auf übertariflich Beschäftigte. Zudem sollen Beschäftigte Gehaltsbestandteile freiwillig in bis zu 20 zusätzliche freie Tage im Jahr umwandeln können. ver.di will außerdem tariflich absichern, dass Erkrankungen von bis zu drei Kalendertagen grundsätzlich ohne ärztliches Attest bleiben können und bringt eine Vorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder ein.

Die Verhandlungen werden am 2. November 2026 in Frankfurt am Main fortgesetzt. Ein weiterer Termin ist für den 23. November 2026 in Berlin vereinbart.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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