Tarifrunde private Banken: ver.di fordert sechs Prozent mehr Gehalt und 300 Euro mehr für Nachwuchskräfte

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert mit Blick auf die am Donnerstag (8. Oktober 2026) in Berlin beginnende Tarifrunde für die Beschäftigten der privaten Banken sechs Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Vergütungen der Nachwuchskräfte sollen um monatlich 300 Euro steigen.

„Die wieder steigende Inflation bedroht die Kaufkraft der Beschäftigten. Mit sechs Prozent mehr Gehalt wollen wir Kaufkraftverluste ausgleichen und die Beschäftigten angemessen am Erfolg der Banken beteiligen“, erklärt Jan Duscheck, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe und Verhandlungsführer. ver.di will sich zudem für eine Regelungen zur Künstlichen Intelligenz in der Bankenbranche einsetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei ein verbesserter Beschäftigungsschutz sowie verbindliche Vereinbarungen zur Personalplanung und Qualifizierung. Aus Sicht der Gewerkschaft muss der technologische Wandel mit beruflichen Perspektiven und Sicherheit für die Beschäftigten verbunden werden. Darüber hinaus sollen Beschäftigte die Möglichkeit erhalten, Gehaltsbestandteile in bis zu 20 zusätzliche freie Tage pro Jahr umzuwandeln. Ziel ist mehr Selbstbestimmung über die eigene Arbeitszeit und mit Blick auf eine zunehmende Arbeitsbelastung in der Branche auch die Möglichkeiten für mehr Entlastung zu sorgen.

Auch den Umgang mit kurzen Erkrankungen will ver.di mit den Arbeitgebern besprechen. Ziel ist es, die bisherige gesetzliche Grundregel tarifvertraglich abzusichern, wonach bei Erkrankungen von bis zu drei Kalendertagen grundsätzlich kein ärztlicher Nachweis erforderlich ist. „Wer krank ist, darf nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Eine solche Misstrauenskultur passt nicht zu uns in die Bankenbranche. Deshalb wollen wir die bisherige gesetzliche Regelung tarifvertraglich absichern“, betont Duscheck mit Blick auf die politische Diskussion.

Zudem bringt ver.di eine tarifliche Mitgliedervorteilsregelung in die Gespräche ein. Gewerkschaftsmitglieder tragen mit ihren Beiträgen und ihrem Engagement die Sozialpartnerschaft und schaffen die Grundlage für tarifliche Verbesserungen. Dieser Beitrag soll durch konkrete Vorteile für Mitglieder anerkannt werden.

ver.di erwartet von den Arbeitgebern, die Forderungen zum Verhandlungsauftakt konstruktiv aufzugreifen und den Weg für spürbare Gehaltsverbesserungen freizumachen.

 

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