Deutschlandticket: Verbraucherzentrale kritisiert erneute Preiserhöhung – Ein Tarif für ganz Deutschland: Verbraucherzentrale legt Vorschlag für den Nahverkehr vor

  • Preis für Deutschlandticket soll ab 2027 auf 66,80 Euro steigen
  • Verbraucherzentrale kritisiert den absehbar jährlichen Preisanstieg des Tickets
  • vzbv fordert neben dem Deutschlandticket einen bundesweit einheitlichen Nahverkehrstarif einzuführen

 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert die angekündigte erneute Verteuerung des Deutschlandtickets auf 66,80 Euro. Jährliche Preissteigerungen dürften nicht dazu führen, dass immer mehr Menschen aus Kostengründen auf das Deutschlandticket verzichten müssen, kritisiert Vorständin Ramona Pop. Die Verbraucherzentrale fordert die Einführung eines bundesweit einheitlichen Nahverkehrstarifes. Damit würde der ÖPNV auch für Menschen, die nur ab und an Bus und Bahn nutzen, deutlich einfacher und attraktiver werden.

„Das Deutschlandticket hat gezeigt, wie attraktiv ein einfacher und bundesweit nutzbarer öffentlicher Nahverkehr sein kann. Wenn das Ticket nun regelmäßig teurer wird, droht dieser Erfolg schrittweise ausgehöhlt zu werden“, sagt Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

„Gerade in Zeiten steigender Spritpreise brauchen Verbraucherinnen und Verbraucher attraktive Alternativen zum Auto. Für Menschen, die Bus und Bahn nur gelegentlich nutzen, ist das Deutschlandticket aufgrund der Preissteigerungen jedoch immer seltener eine passende Option“, so Pop. „Um die Nutzung von Bus und Bahn auch für Gelegenheitsfahrer zu vereinfachen, sollte ein bundesweit einheitlicher Nahverkehrstarif eingeführt werden. Statt Tarifdschungel im ÖPNV brauchen wir attraktive Angebote.“

Das Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer:innen

Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass der einfache Zugang zum ÖPNV allein an das Deutschlandticket geknüpft wird. Menschen mit geringerem Mobilitätsbedarf verlieren durch weitere Preissteigerungen den einfachen Zugang zum Nahverkehr.

Der neue Preisindex beendet zwar das jährliche politische Ringen um den Preis des Deutschlandtickets. Es droht jedoch eine automatisierte Preisspirale, an dessen Ende für viele das Deutschlandticket kein attraktives Angebot mehr darstellt. Nach Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverbands ist deshalb ein attraktives, einfaches und bundesweit einheitliches Tarifangebot für Menschen nötig, die kein Abonnement abschließen möchten oder für die sich das Deutschlandticket preislich nicht rechnet.

„Gerade Gelegenheitsnutzer stehen weiterhin vor einem unübersichtlichen Flickenteppich aus Verbundgrenzen, Tarifzonen und unterschiedlichen Ticketangeboten“, so Pop. „Wer in Deutschland Bus und Bahn nutzt, braucht ein Tarifsystem, das überall gleich funktioniert. Das Deutschlandticket ist ein erfolgreicher Anfang, den Tarifdschungel zu beenden. Dasselbe Prinzip brauchen auch Gelegenheitsfahrerinnen und -fahrer.“

Verbraucherzentrale fordert bundesweit einheitlichen Nahverkehrstarif

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert einen bundesweit einheitlichen Nahverkehrstarif für Gelegenheitsfahrten als wirksame Antwort auf dieses Problem. Das vorgeschlagene Modell orientiert sich am Erfolgsprinzip des Deutschlandtickets und ermöglichte die Nutzung des gesamten Nahverkehrs in Deutschland auf Basis einfacher Zeitkarten statt komplexer Entfernungs- oder Zonentarife. Vorgesehen sind lediglich wenige, leicht verständliche Ticketangebote mit festen Nutzungszeiten, zwischen 15 Minuten und 24 Stunden. Das System sollte bundesweit gelten und sowohl digital als auch analog nutzbar sein.

 

PM Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://filstalexpress.de/freizeit/213504/deutschlandticket-verbraucherzentrale-kritisiert-erneute-preiserhoehung-ein-tarif-fuer-ganz-deutschland-verbraucherzentrale-legt-vorschlag-fuer-den-nahverkehr-vor/